Corona-Pandemie trifft auf angeschlagene Schiffbauindustrie - Konsolidierung geht weiter

Die weltweite Produktion von Handelsschiffen ist seit dem Höhepunkt im Jahr 2011 um 40 Prozent geschrumpft. Mitte 2020 betrug das Auftragsvolumen nur noch etwas mehr als ein Drittel des Volumens, das die Werften Anfang 2008 noch in ihren Auftragsbüchern hatten. Seitdem hat sich die Zahl der Werften durch Schließungen und Fusionen erheblich verringert und viele der verbliebenen Werften kämpfen um ihre Existenz. Mehr als ein Viertel aller aktiven rund 340 Werften im Handelsschiffbau hat derzeit nur noch ein einziges Schiff in Auftrag, und nur 69 Werftstandorte konnten in der ersten Hälfte des Jahres 2020 neue Aufträge verbuchen. Darüber hinaus erwarten die Analysten für lange Zeit eine geringe Nachfrage nach Handelsschiffen aller Art.

Corona-Pandemie trifft auf angeschlagene Schiffbauindustrie - Konsolidierung geht weiter
Manne1953, pixabay

Seit Jahren versuchen die Werften unter anderem mit Fusionen der Krise und dem Konkurrenzdruck entgegenzuwirken. So wurden Ende 2019 die größten chinesischen Schiffbauunternehmen - die China State Shipbuilding Corporation (CSSC) und die China Shipbuilding Industry Company (CSIC) - zur China Shipbuilding Group zusammengelegt. In Südkorea stehen die beiden größten Werften (Hyundai HI und Daewoo Shipbuilding) vor einer Fusion. Und in Japan, wo die Konsolidierungswelle seit Jahren im Gange ist, stehen die größten Schiffbauer (Imabari Shipbuilding mit JMU sowie Mitsui mit Tsuneishi) vor einem Zusammenschluss. Interessant dabei, dass JMU (Japan Marine United) im Jahr 2012 selbst aus einer Fusion von zwei großen japanischen Werften (Universal Shipbuilding und IHI Marine United) hervorgegangen ist.
Der ISL SSMR 2020-9/10 beleuchtet verschiedene Entwicklungen rund um den Schiffbau. Die Ausgabe ist als Download über unseren Webshop erhältlich.