Dunkle Wolken über dem Kreuzfahrtmarkt - Kein Schifffahrts-Segment schwerer von COVID19-Pandemie getroffen

In den letzten fünf Jahren hat die Kreuzfahrtbranche immer über 5% Wachstum pro Jahr gemeldet. 2019 war mit geschätzt 30 Millionen Passagieren das bisher erfolgreichste Jahr für die Branche. Neben einer Rekordzahl an Neubauaufträgen wurden weltweit hohe Summen in neue und größere Terminals investiert. Aber mit dem Ausbruch der COVID19-Pandemie im Frühjahr 2020 kam der Kreuzfahrtmarkt komplett zum Erliegen.

Die Folgen der Krise bekam u.a. die Schiffbauindustrie zu spüren. In 2019 waren die Kreuzfahrer mit einem Investitionsanteil von rund 25 % (~19 Mrd. US Dollar) noch das umsatzstärkste Marktsegment im weltweiten Schiffbau. Dieser Anteil ist im ersten Halbjahr 2020 auf schmale 2% (~0,2 Mrd. US Dollar) abgestürzt. Seit Februar 2020 wurden keine neuen Kreuzfahrtschiffe bestellt, neue Aufträge werden ab 2023 erwartet, aber selbst das ist nicht sicher.

 

Dunkle Wolken über dem Kreuzfahrtmarkt - Kein Schifffahrts-Segment schwerer von COVID19-Pandemie getroffen
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Neben den Werften melden die betroffenen Kreuzfahrtreedereien finanzielle Probleme. Seit Monaten liegen ihre Schiffe beschäftigungslos auf Reede, es fehlen die Einnahmen, und stillgelegte Schiffe verursachen hohe Unterhaltungskosten.

Auch die Fazilitäten an Land folgten dem bisherigen Trend – hier wurden ebenfalls immense Summe in neue Terminals und Liegeplätze investiert. Diese Aktivitäten wurden, wenn möglich, in der Fertigstellung verschoben bzw. werden zurzeit nicht genutzt. So auch das neue Kreuzfahrtterminal in Tokio mit einem Investitionsvolumen von 400 Millionen US$. Es war im Spätsommer 2020 eröffnet worden – anlässlich der olympischen Spiele, die dort hätten ausgetragen werden sollen.

Das ISL SSMR 2020-8 beleuchtet verschiedene Entwicklungen rund um die Passagierschifffahrt mit Schwerpunkt auf die Kreuzschifffahrt und der Hafenentwicklung in diesem Segment. Die Ausgabe ist als Download über unseren Webshop erhältlich.