IMO 2020 macht Schiffe umweltfreundlicher

Ab Januar 2020 gelten für den weltweiten Schiffverkehr neue Umweltrichtlinien der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO). Seit Beginn des Jahres müssen alle Seeschiffe die Schwefeloxidemissionen um 85 % reduzieren, es dürfen nur noch Treibstoffe mit einem maximalen Schwefelgehalt von 0,5 % verfeuert werden; davor lag die Obergrenze noch bei 3,5 %. Die Reeder haben verschiedene Möglichkeiten, die neuen Schwefelgrenzwerte einzuhalten: Die Umstellung auf schwefelarme Brennstoffe, welche den neuen Vorschriften entsprechen, die Installation von Abgasreinigungsanlagen (sog. Scrubbern) oder die Verwendung alternativer Brennstoffe wie LNG, Methanol und andere. Nach Angaben von Clarkson Research waren Anfang Januar 2020 von den insgesamt knapp 56.000 Schiffen der Welthandelsflotte 1.740 Frachter mit einem SOx-Scrubber ausgestattet. Bei weiteren 1.560 bereits in Fahrt befindlichen Einheiten ist eine Installation geplant. Etwa 540 Schiffe mit einer Abgaswäsche stehen in den Auftragsbüchern, was 20 % des gesamten Auftragsbestands entspricht.

IMO 2020 macht Schiffe umweltfreundlicher © ISL

Die Anzahl der Handelsschiffe, die mit verflüssigtem Erdgas (LNG) als Brennstoff betrieben werden kann, hat sich zwar in den letzten zehn Jahren verdreifacht, aber der Anteil an der Gesamtflotte ist mit rund einem Prozent eher unbedeutend. 555 Schiffe in der Flotte und 395 bestellte Schiffe wurden mit LNG-fähigen Motoren ausgestattet.

Somit fährt der Großteil der Handelsschiffe mit dem deutlich teureren Treibstoff mit niedrigem Schwefelgehalt. Die Aufrüstung mit Abgasreinigungsanlagen oder der Umstieg auf LNG spielt (noch) eine untergeordnete Rolle. Die komplette Ausgabe der aktuellen SSMR 1/2 2020 mit dem Thema „Welthandelsflotte“ und mit einem umfangreichen Tabellenteil zur Entwicklung der Welthandelsflotte ist über unseren Webshop bestellbar.

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