Konzepte für autonomes Rangieren auf der Hafenbahn vorgestellt

Am 28.11.2019 fand im ISL in Bremen das Projektabschlusstreffen des Forschungsprojektes „Rang-E – Autonomes Rangieren auf der Hafenbahn“ mit dem Projektträger TÜV Rheinland statt. Das Projektkonsortium Rang-E bestand aus Experten des ISL, des BIBA und des IVE Braunschweig.

Konzepte für autonomes Rangieren auf der Hafenbahn vorgestellt © ISL

Seit August 2017 analysierten Forscher die Rangierprozesse am Beispiel Bremerhavens als historisch gewachsenem Hafen. Das Projektteam protokollierte die auf Basis von Mitfahrten gewonnenen Erkenntnisse in Prozessmodellen und extrahierten daraus immer wiederkehrende, bislang manuell ausgeführte Aufgaben, welche für einen möglichen autonomen Betrieb zunächst automatisiert werden müssten.

Eine Herausforderung für die Zukunft besteht darin, bereits verfügbare autonome Technologiekonzepte in die Prozesse der Hafenbahn zu integrieren. So würden z.B. für einen autonomen Fahrbetrieb zum Kuppeln und Trennen von Güterwaggons moderne automatische Kupplungen benötigt. Zur Visualisierung haben ISL-Experten die betrachteten Automatisierungsstufen in ein H0-Eisenbahnmodell implementiert.

Konzepte für autonomes Rangieren auf der Hafenbahn vorgestellt © ISL

Darüberhinaus hat Forscherteam einen weiteren Weg zur Zeit- und Kosteneinsparung im Hafenbahnbetrieb identifiziert. Das Konzept eines sog. „Idealtypischen Hafens“ erfordert eine terminalreine Ganzzuggestellung. Hierzu ist es notwendig, dass jedes Terminal im Hafen über eine hinreichende Anzahl gerader Verladegleise von mindestens 700m Länge verfügt und im Vorfeld die Züge terminalrein zusammengestellt werden.

Allerdings erscheint eine Umsetzung des Konzeptes eines idealtypischen Hafens in Bremerhaven aufgrund der gewachsenen Infrastruktur kaum realisierbar. Vielmehr eignet sich das zentrale Projektergebnis aus Rang-E - das Konzept eines idealtypischen Hafens - als bremischer Forschungsimpuls für die zukünftige Entwicklung neuer Hafenanlagen.

Das Projekt Rang-E wurde vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Rahmen der Initiative innovative Hafentechnologien (IHATEC) gefördert.