Regulierung von Schiffsemissionen: Know-how von ISL-Experten gefragt

Auf Einladung des Deutschen Komitees für Nachhaltigkeitsforschung und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) setzten sich am 12. und 13. März 2019 Experten aus Praxis, Forschung und Wissenschaft aus den Bereichen Hafenwirtschaft, Schiffsbetrieb und Umwelt zu einer Fachdiskussion zum Thema „Umweltverschmutzung durch Schifffahrt: Schrittweise Regulierung für unterschiedliche Ziele? Gesundheit, Klima, Umwelt sowie sozioökonomische Auswirkungen und Herausforderungen für umweltfreundliche Schiffsantriebe“ zusammen. Als Vertreter für das ISL waren Prof. Dr. Burkhard Lemper und Andreas Hübscher nach Hamburg gereist.

In den Räumlichkeiten des Klima Campus befassten sich Industrievertreter und Wissenschaftler in Fachvorträgen mit den Auswirkungen von Schiffsemissionen auf die Luftqualität, die Effekte der Schifffahrt auf die aquatische Umwelt sowie den Klimaeffekten der Schifffahrt.

Darüber hinaus erarbeiteten die geladenen Experten gemeinsam mit den Gastgebern in interaktiven Gruppenarbeiten aktuelle Fragestellungen zu den Themengebieten:

  • Emissionsminderungsvorschriften, Technologien (am Beispiel von Abgaswäschern und LNG) und ihre Folgen
  • Luftqualität und Gesundheit
  • Klimafolgen und Perspektiven für eine klimaneutrale Schifffahrt
  • Auswirkungen von Schiffen auf aquatische und terrestrische Ökosysteme
  • Sozioökonomische Treiber für eine umweltfreundliche Schifffahrt.

Fokus der ISL-Spezialisten lag hierbei stets auf der wirtschaftlichen Realität sowie der zukünftigen ökonomischen Entwicklung und somit Machbarkeit der angeregten und gleichzeitig global bedeutsamen Fragen und deren Lösungsansätze.

Final wurde innerhalb von Arbeitsgruppen interdisziplinäre Forschungsvorschläge zu den Fragen vom ersten Tag skizziert:

  1. Tool-Box für unterschiedlichste technische Ansätze zur Erreichung von Zero-Emission bis 2050
  2. Entwicklung eines skalierbaren Musterschiffs mit Breitenwirkung für Duplizierung
  3. Formen der Finanzierung (nach Bases 2, CO2-Zertifikate, Bonus/Malus Verfahren, etc.)
  4. Bedarf für mehr SECA, im Allgemeinen und in halbgeschlossenen Meeren oder arktischen Gewässern
  5. Sind SOx und NOx die richtigen Ziele, um die Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern, oder profitieren wir eher von der indirekten Regulierung anderer Schadstoffe wie PM?
  6. Auswirkung des Einsatzes sauberer Kraftstoffe und damit einhergehender zusätzlicher Erwärmung im Klimaprozess
  7. Methanol – Treibstoff der Zukunft?

Das ISL freut sich, diese Veranstaltung mit seiner Expertise bereichert zu haben und steht daraus folgenden Forschungsprojekten oder anderweitigem Know-how-Transfer offen gegenüber.