Weiterhin lange Warteschlangen auf der Seeseite vor den Containerterminals

Die Ergebnisse im aktuellen ISL Monthly Container Port Monitor bestätigen die Aussage führender Wirtschaftsforscher, dass sich der Anstieg des Welthandels langsam abschwächt. Die Auslastung der Containerflotten und der Umschlagkapazitäten sei der begrenzende Faktor für diese Entwicklung. Noch immer stauen sich die Frachter vor den Terminals in China und den USA in einem noch nie dagewesenen Ausmaß. Experten schätzen, dass hier ca. 9% der weltweiten Kapazitäten gebunden sind. Darüber hinaus steigen die Treibstoffkosten, die Transportkosten und Frachtraten in noch nie dagewesene Höhen.
So ist auch zu erklären, dass die beobachteten Häfen im August 2021 keine starken Umschlaganstiege mehr verzeichnen konnten, allerdings ist die Entwicklung noch immer positiv. Überdies warten nach Aussagen des Kieler Weltwirtschaftsinstitutes zurzeit noch fast 3% der weltweiten Frachtkapazität vor Los Angeles und Long Beach auf Abfertigung und über 2% Prozent vor Savannah. Die meisten anderen Großhäfen in Europa und Nordamerikas sind ebenfalls noch immer stark überlastet. Grund dafür sind enorme Beeinträchtigungen, welche durch die COVID-19-Pandemie entstanden.

Weiterhin lange Warteschlangen auf der Seeseite vor den Containerterminals
@ISL

In dem Bemühen, den Containerumschlag und Weitertransport angesichts der Überlastung insbesondere auf der Importseite zu verbessern, werden die Häfen von Long Beach und Los Angeles laut Informationen der AAPA damit beginnen, von den Transportunternehmen einen Zuschlag für Importcontainer zu erheben. Bei Containern, die per Lkw weiter verteilt werden sollen, werden die Reedereien für jeden Container, welcher neun Tage oder länger verweilt, zur Kasse gebeten. Bei Containern, die mit der Bahn transportiert werden, wird den Reedereien eine Gebühr berechnet, sobald der Container sechs Tage oder länger steht. Darüber hinaus wird versucht, zumindest temporär einzelne Verbindungen in andere Häfen, die noch über freie Kapazitäten verfügen, umzuleiten. In diesem Zusammenhang ist insbesondere der Hafen von Oakland aktiv geworden.
Auch in Deutschland finden in diesem Kontext Gespräche zwischen einzelnen Hafenstandorten statt, bei denen allerdings eher eine mittel- bis langfristige Lösung angepeilt wird. Grund dafür ist die starke Konkurrenzsituation mit anderen Nordrangehäfen wie Rotterdam und Antwerpen.