Weltweite Kreuzfahrtindustrie erwacht in kleinen Schritten zu neuem Leben

Die Pandemie-Jahre haben nachhaltige Spuren in der Kreuzfahrtindustrie hinterlassen. Neben Insolvenzen und Schiffsverkäufen kam es seit Ausbruch der Pandemie auch zu zahlreichen Verschrottungen von Kreuzfahrtschiffen. Wurden im Zeitraum 2009 bis 2019 im Durchschnitt pro Jahr vier Kreuzfahrtschiffe zum Abwracken ausgemustert, haben die Reeder nach Angaben von Clarkson Research seit Ausbruch der Pandemie 20 Kreuzfahrtschiffe zur Verschrottung verkauft, darunter auch jüngere Schiffe, die erst 25 Jahre im Dienst waren.

Die Folgen der Corona-Krise bekam auch die Schiffbauindustrie zu spüren. Wurden in den Boomjahren 2016 bis 2019 noch 127 neue Kreuzfahrtschiffe bei den Werften bestellt, ist die Auftragsvergabe in 2020 (5 Schiffe) und im ersten Halbjahr 2021 (2 Schiffe) drastisch eingebrochen. Produktionsunterbrechungen, Kurzarbeit und Arbeitsplatzabbau sind die Folgen.

Aber Mitte 2021 gibt es auch wieder positive Nachrichten von der Branche, nachdem der Kreuzfahrttourismus im Jahr 2020 beinahe vollständig zum Erliegen kam. Während man bereits in den ersten Monaten des Jahres 2021 auf eine langsame Erholung gehofft hatte, nimmt diese seit Sommer 2021 nun doch verstärkt Fahrt auf. Seit es wieder Reisemöglichkeiten gibt, sollen laut Reiseportalen Buchungen für Kreuzfahrten im Jahr 2021 rasant angestiegen sein.

„Cruise Industry News“ berichtet in seiner Ausgabe vom August 2021, dass inzwischen 190 Kreuzfahrtschiffe mit Gästen an Bord fahren, allerdings nur mit strengen Hygienekonzepten, so dass die Schiffe nicht voll ausgelastet werden können.  Zudem hat die Corona-Pandemie die Kreuzfahrt grundlegend verändert, so dass der Kreuzfahrtmarkt zunehmend komplexer wird. So werden Kreuzfahrten nun für eingeschränkte Fahrtgebiete angeboten, da viele Häfen und Länder für Kreuzfahrtschiffe immer noch geschlossen sind. Weitere auftretende Veränderungen sind häufige Stornierungen und Routenänderungen sowie Kreuzfahrt-Trips gänzlich ohne Hafenaufenthalt oder aber mit vielen See-Tagen und nur wenigen Hafenaufenthalten.

Dennoch: Die Corona-Krise ist noch nicht überwunden. 2021 wird sicher nur ein Übergangsjahr sein, Expert:innen erwarten frühestens ab 2023 eine gewisse „Normalität“. Sicher ist, dass sich die Branche perspektivisch auf veränderte Formate der Kreuzfahrten aufgrund von Anpassungen einstellen muss.

Das ISL SSMR 2021-6 beleuchtet verschiedene Entwicklungen rund um die Passagierschifffahrt mit Schwerpunkt auf die Kreuzschifffahrt und Hafenentwicklung in diesem Segment. Die Ausgabe ist als Download über unseren Webshop erhältlich.

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