ECSIT

Projektlaufzeit
09.2010 - 08.2013
Projektauftrag
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Verbundvorhaben ECSIT untersucht die Fragestellung, ob neuartige Inspektionstechnologien zu einer Erhöhung der Sicherheit von Containern führen können und wie diese in ein ganzheitliches Konzept einzubinden sind.

Durch die gestiegene globale Bedrohung durch Terrorismus und organisierte Kriminalität einerseits und das starke Wachstum des weltweiten Warenverkehrs andererseits ist der Bedarf an Sicherheitslösungen in der Warenkette stark angewachsen. Terroranschläge mittels radioaktiver Stoffe in einem Seefrachtcontainer würden die Logistikkette empfindlich treffen und hätten bei der Explosion oder der weit reichenden Freisetzung hochtoxischer Stoffe verheerende Folgen. Um diesem Fall zuvor zu kommen, müssen solche Anschläge genauso wirksam verhindert werden wie der Schmuggel von gefährlichen Stoffen und Gütern oder Waffen. Ebenso ist darauf zu achten, dass durch erheblich erweiterte Inspektionsvorgänge keine neuen (z.B. rechtliche) Unsicherheiten bzw. Gefahren in den Seehafenterminals entstehen.

Das Projekt ECSIT erforscht, inwieweit neuartige Inspektionstechnologien zu einer Erhöhung der Sicherheit von Containern führen können und inwieweit sich diese in ein ganzheitliches Konzept einbinden lassen. Weiterer Inhalt ist die Untersuchung der Auswirkungen einer möglichen Umsetzung des H.R.1 Gesetzes - 100%-Scanning unter Einbeziehung der Ergebnisse international bereits durchgeführter Projekte und Initiativen (z.B. SFI, Megaports) unter Berücksichtigung/ Herausstellung möglicher Beeinflussung der Abläufe in Container-Terminals. Für diesen Fall entwickelte Konzepte und Technologie-Demonstratoren sind auch für Sicherheitsszenarien mit anderen Anforderungen einsetzbar.

Die praktische Umsetzung/Implementierung der Anforderungen des H.R.1-Gesetzes ist nicht Ziel des Projekts

Das Projektziel ist daher die Entwicklung eines ganzheitlichen Konzeptes unter Einbeziehung aller Aspekte, wie z.B. Zuständigkeiten, Beteiligte und Verantwortlichkeiten, Gesetzeslage (national und international), Abläufe und Prozesse, Kosten und Technologien, um die geforderten Sicherheitsmaßnahmen zu implementieren und gleichzeitig die Abläufe und die Sicherheit im Hafen zu gewährleisten. Das H.R.1-Gesetz der USA, auch als „100%-Scanning-Gesetz“ bezeichnet, erfordert eine massive Aufstockung der bereits jetzt an den Häfen vorhandenen Kapazitäten zur Überprüfung von Seefrachtcontainern. Die Durchleuchtung aller US-Exportcontainer lässt sich mit der zurzeit vorhandenen Technologie nicht realisieren, ohne einen Engpass in der Hafenlogistik zu riskieren. Im Containerterminal Bremerhaven müssten zukünftig bis zu 1.500 Container pro Tag gescannt werden.

Innerhalb des ECSIT Projekts werden die Sicherheitsrisiken und Anforderungen der Endnutzer detailliert analysiert. Die Implementierung von Technologien, um Güter mit gefährlichen Materialien zu identifizieren, und die Erarbeitung von schnellen bildgebenden Verfahren zum Durchleuchten von Frachtcontainern stellen technische Herausforderungen des Vorhabens dar. Eine Integration der Technologien in die Prozesskette ist notwendig, um den laufenden Betrieb und die Hafensicherheit möglichst nicht zu beeinträchtigen. Daher soll das Inspektionssystem an bestehende Alarm- und Sicherheitssysteme sowie verwandte Informationsquellen und -typen angebunden werden. Das Zusammenspiel der entwickelten Komponenten wird beispielhaft am Containerterminal Bremerhaven demonstriert. Begleitend werden Kosten-Nutzen-Analysen sowie die Untersuchung juristischer und politischer Rahmenbedingungen durchgeführt. Ziel ist die Entwicklung eines Konzepts, das auch auf andere Containerterminals weltweit übertragbar ist.

Durch den Einbezug relevanter Endnutzer durch assoziierte Partnerschaft, einen Beirat und eine User-Group werden die Grundlagen für Akzeptanz, Anwendbarkeit, Standardisierung und Verbreitung der Ergebnisse bereits während des Forschungsvorhabens geschaffen. Das Projekt wurde vom Senator für Wirtschaft und Häfen der Freien Hansestadt Bremen initiiert und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im nationalen Sicherheitsforschungsprogramm (Forschung für die zivile Sicherheit - Sicherung der Warenketten) gefördert.

ECSIT wird vom Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik koordiniert und hat eine Laufzeit von September 2010 bis August 2013.

Mit den Unternehmen Smiths Heimann GmbH, Steria Mummert Consulting, SAP AG und dbh Logistics IT AG, den Bremerhavener Terminals EUROGATE, NTB und MSC Gate sowie den Forschungsinstituten Fraunhofer EMI, Fraunhofer EZRT, der Universität Bremen und der Hochschule Bremerhaven sind namhafte Akteure aus der Industrie, der Wissenschaft und der Forschung als Projektpartner beteiligt.

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