AMATRAK

Projektlaufzeit
01.2008 - 03.2011
Projektförderung
Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi)

Lean Management, Supply Chain Management, Just-in-time, Prozessoptimierung, Vernetzung, Nachhaltigkeit - all dies sind Begriffe, die die heutige Wirtschaft und die moderne Logistik prägen. Kunden möchten ihre Wertschöpfungskette so effizient wie nur möglich gestalten und reduzieren ihre Lagerbestände bei den Speditionen und Logistikdienstleistern. Insgesamt entsteht eine hohe Dynamik bei den zwischenbetrieblichen Transportprozessen. Die Folgen sind eine schlechtere Fahrzeugauslastung, unnötige Mehrfahrten der LKW sowie negative Auswirkungen auf die Umwelt.

Das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik greift diese Ausgangslage im Rahmen eines vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderten Projekts auf. In Kooperation mit der Stute Verkehrs-GmbH als Praxispartner hat AMATRAK (Autonome Multiagenten Transport Koordination) das Ziel, den Güterverkehr durch intelligente Steuerung zu reduzieren und Fahrzeuge in der Beschaffungs- und Distributionslogistik effizienter auszulasten. Auf Basis einer Multiagenten Technologie werden erstmals im betrieblichen Umfeld mit Hilfe einer intelligenten Tourenplanung und Disposition die gefahrenen Kilometer verringert und gleichzeitig die durchschnittliche LKW-Auslastung durch eine Versandbündelung erhöht.

Zunächst wurde auf Grundlage von Methoden der verteilten künstlichen Intelligenz ein softwarebasiertes, selbststeuerndes Multiagentensystem entwickelt. Bei einem Multiagentensystem handelt es sich um ein System aus mehreren unterschiedlich spezialisiert handelnden Einheiten, die kollektiv ein Problem lösen.

Bei AMATRAK ist das Multiagentensystem in der Lage, die Routenplanung und Fahrzeugbelegung in Echtzeit dezentral zu planen. Dabei werden sich ändernde Kundenauftragsdaten und Fahrzeugzustände dynamisch einbezogen.

Der Vorteil einer dezentralen und dynamischen Planung durch Software-Agenten bei alltäglichen Problemen in der Disposition einer Spedition liegt in der hohen Flexibilität. So werden beispielsweise bei nachträglichen Auftragsänderungen der Kunden oder Fahrzeugausfällen neue Vorschläge generiert. Weiterhin bietet eine solche Steuerung insgesamt eine größere Robustheit der Tourenplanung gegenüber Abweichungen. Kleine, lokale Störungen in der Planung führen nicht unmittelbar zu globalen Störungen. Die Flexibilität stellt auch die notwendige Voraussetzung für einen praktischen Einsatz in einer Spedition dar.

Die Umsetzung von AMATRAK in der Disposition einer Spedition als Anwendungsszenario findet innerhalb eines Projektkonsortiums statt, das sich neben dem Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik aus den Bremer Unternehmen der Stute Verkehrs-GmbH und der Cargon GmbH & Co. KG zusammensetzt. Im Testbetrieb konnten bereits deutliche Optimierungspotentiale hinsichtlich Kilometereinsparungen und durchschnittlicher Fahrzeugauslastung nachgewiesen werden.

Hieraus ergeben sich für die Spedition einerseits Kostenvorteile durch eine höhere Transporteffizienz, da die Kapazität des Fuhrparks sparsamer eingesetzt wird und die Disponenten bei der Tourenbildung zugunsten der Kundenbetreuung entlastet werden können. Andererseits werden aus gesellschaftlicher Sicht Fahrten durch Verringerung der Kilometerzahl und Konsolidierung von Teilladungen vermieden. Damit werden der Kraftstoffverbrauch und die Verkehrsbelastung verringert sowie die Emissionen (CO2, Lärm, Reifenabrieb) reduziert.

Zusammengefasst schafft AMATRAK einen Beitrag zur flexiblen, kosteneffizienten und verkehrsvermeidenden Optimierung der Tourenplanung bei Speditionen und Logistikdienstleistern und ist damit ein wichtiger Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Logistik durch intelligente Verkehrskonzepte.

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