CASSANDRA

Projektlaufzeit
06.2011 - 05.2014
Projektauftrag
Projektauftrag: 7. Rahmenprogramm der EU-Kommission

Im Bereich der Sicherheitsforschung des ISL wurde im Frühjahr 2014 das Vorhaben CASSANDRA - Common Assessment and Analysis of Risk in Global Supply Chains im 7. Forschungsrahmenprogramm der EU Kommission erfolgreich abgeschlossen. In CASSANDRA standen die Bedürfnisse und Anforderungen an eine erhöhte Sicherheit internationaler Containertransportbewegungen seitens der Unternehmen auf der einen Seite und staatlicher Stellen auf der anderen Seite im Vordergrund. Um länderübergreifende Transporte mit Blick auf Grenzkontrollen und Handelsrichtlinien zu verbessern und dennoch ein hohes Maß an Sicherheit zu gewährleisten, fokussierte das Projekt insbesondere die Transparenz innerhalb der Supply Chain. Das Ziel von CASSANDRA war es, eine Erhöhung der Sicherheit durch eine optimierte Sichtbarkeit der bereits vorhandenen Informationen zu erreichen. Dafür konzentrierten sich 26 Partner aus zehn verschiedenen europäischen Ländern gemeinsam auf den elektronischen Datenverkehr, um ein neues Data Sharing Konzept auf Basis eines risikobasierten Ansatzes für Unternehmen und Behörden zu entwickeln. Denn die Wirksamkeit von Kontrollen wird gerade dann verbessert, wenn man sich ausschließlich auf potenziell riskante Containerbewegungen konzentrieren kann, während vertrauenswürdige Transporte schneller und kostengünstiger behandelt werden können. Die Möglichkeit der erweiterten Bewertung der Risiken optimiert somit also auch die Sicherheitsanforderungen an die Transportketten.

Um sichere und zuverlässige Daten über die gesamte Supply Chain auf effiziente Art und Weise austauschen zu können, mussten die Systeme der beteiligten Logistik- und IT-Unternehmen, der Zoll und Grenzbehörden sowie der unterschiedlichen Stellen in den Häfen in Einklang gebracht werden. Die wichtigste Innovation des Projekts stellt in diesem Zusammenhang die Entwicklung einer Data Pipeline für den Austausch von Informationen entlang der Lieferkette dar, um eine offene, flexible und standardisierte Kommunikation zu ermöglichen. Darüber hinaus wurden Dashboards zur Unterstützung von Unternehmen und Zoll hinsichtlich Risikomanagement und Transparenz in den Lieferketten implementiert. Ein weiterer wichtiger Baustein in CASSANDRA ist das Huckepackprinzip. Im Rahmen des Risikomanagements können Unternehmen Supply Chain Daten teilen, während dieselben Daten seitens staatlicher Stellen optimal wiederverwendet werden können. Die bestehenden Datenleitungen und Datenwege wurden in sogenannten Living Labs exemplarisch für die drei globalen Handelsrouten China-Europa, Europa-USA und Europa-Afrika untersucht. Im Living Lab Europa-USA analysierte das ISL beispielsweise gemeinsam mit dem Bremer Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen und der dbh Logistics IT AG den Datenverkehr auf dem Containerterminal Bremerhaven. Besondere Aufmerksamkeit kam in diesem Zusammenhang auch der Datengenauigkeit und den Restriktionen der Unternehmen hinsichtlich Datenaustausch und Datensicherheit zu.

Anknüpfungsmöglichkeiten für CASSANDRA liegen in der Zukunft beispielsweise im Smart and Secure Trade Lanes Pilotprojekt zwischen der EU und China und in der Zusammenarbeit mit dem EU Projekt CORE, das im Mai 2014 begonnen hat.