Mesologistik

Projektlaufzeit
01.2006 - 12.2008
Projektförderung
Kieserling Stiftung

Die Bedeutung von Seehafenregionen drückt sich nicht allein in ihrer Leistungsfähigkeit für den internationalen Warenaustausch aus, sondern weit mehr als wesentlicher Wertschöpfungspartner internationaler Logistikketten. Für deren Wettbewerbsfähigkeit ist es deshalb mit entscheidend, Seehafenentwicklung, Umschlageffizienz und Hinterlandtransport zu koppeln. Seehäfen repräsentieren hierbei Gate-Funktionen, die in internationale Logistikkonzepte eingebunden sind. Verkehr, Logistik und Standortentwicklung sind damit untrennbar miteinander verbunden. Insoweit bedarf es einer prozessübergreifenden Systemoptimierung am Standort und in der internationalen Kette. Gerade vor dem Hintergrund einer zunehmenden Vernetzung in globalen Supply Chains und einer steigenden Seetransportleistung steigt die Bedeutung dieses quantitativen und qualitativen Designs maritimer Standorträume. Es kommt zu neuen Aufgaben- und Standortverteilungen in Wertschöpfungsnetzwerken, zu neuen Kooperationsformen, zu technischen und prozess-organisatorischen Innovationen sowie zu neuen logistischen Produkten. In diesem Zusammenhang sind sowohl verkehrs- und regionalwirtschaftliche als auch betriebswirtschaftlich-logistische Lösungen für den maritimen Standort gefragt, etwa bezüglich intermodaler Transportketten, dem Umgang mit Fragen des Risikos und der Sicherheit in der Transportkette, der Gestaltung von Mass Customization Lösungen und dem Work Flow Management in der Supply Chain und in der Region. Man spricht (im Sinne einer Abgrenzung zu Mikro- und Makrologistik) von einer maritim geprägten Mesologistik. Das damit angesprochene Zusammenspiel der Partner trägt wesentlich dazu bei, eine quantitativ und qualitativ exzellente zeitnahe Beherrschung der logistischen Komplexität im Unternehmen, in der Kette und am Standort zu erzielen. Flexible und zuverlässige Problemlösungspotentiale an einem Standort für Supply Chain Anforderungen von Kunden weltweit sind mehr denn je gefragt. Diese sind auch wesentlich für die in einem internationalen Zusammenhang zu sehenden Entscheidungen zu Unternehmensstandorten.

Ziel des durch die Kieserling Stiftung geförderten Projektes war es, die Bedeutung der Leistungsfähigkeit der Mesologistik für den maritimen Standortraum Bremen/Bremerhaven, d.h. die Bedeutung der Systemoptimierung „Verkehr, Logistik und Standortentwicklung“, aufzuzeigen und zu analysieren. Hierzu wurden Gestaltungs- und Optimiervorschläge entwickelt und Chancen und Risiken aus Unternehmenssicht bewertet und zusammengestellt. Optimierungspotentiale können sich unter anderem durch Effizienz- und Flexibilitätsreserven in den logistischen Produktionssystemen Hafen und Transportkette, durch neue auch RFID-basierte Kommunikations- und Kooperationsmodelle zur Steigerung der Kundenzufriedenheit, durch ein dezidiertes logistisches Qualitäts- und Performancemanagement, durch moderne Kommunikationswege sowie durch Mehrwert und Zusatzleistungen ergeben. Ergänzend wird konzeptioniert, inwieweit es möglich ist, im Bundesland Bremen ein entsprechendes reales und virtuelles Schaufenster zur Faszination Logistik am maritimen Standort und in der internationalen Kette zu realisieren.

Die ausgearbeiteten Ergebnisse laden die Interessierten ein, sich mit innovativen Transport- und Logistiklösungen auseinander zu setzen, deren Leistungsfähigkeit zu erfahren und deren Bedeutung für den Logistikstandort Deutschland zu erkennen. Dieses wurde unterstützt durch die Erstellung eines Lehr- und Qualifizierungsmoduls „Leistungsfähigkeit Mesologistik“ für Aus- und Weiterbildungseinrichtungen im Land Bremen. Das Projekt harmoniert mit EU-Politiken zur Realisierung von Wissensregionen in Europa und zur Qualifizierung maritimer Schnittstellen, etwa im Zusammenhang mit Motorways of the Sea.