OPTILOG

Projektlaufzeit
03.2006 - 12.2008
Projektauftrag
EFRE – Fonds für regionale Entwicklung der Europäischen Union, Senator für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales der Freien Hansestadt Bremen

Speditionen erhoffen sich durch den Einsatz von Telematik u.a. Verbesserungen in der Tourenplanung, im Auftragsmanagement sowie bei der Ladungsverfolgung. Den hohen Erwartungen an den Telematikeinsatz stehen jedoch Probleme bei der Umsetzung in die Praxis gegenüber. Der Einsatz von Telematik findet bei den Beschäftigten geringe Akzeptanz, auch sind die Arbeitsprozesse nicht an den Einsatz dieser Systeme angepasst. Darüber hinaus gibt es bislang ungenutzte Potenziale der Telematik wie z.B. die Entwicklung neuer Formen der Zusammenarbeit im Unternehmen, insbesondere zwischen Fahrern und Disponenten. Auch die Reorganisation der Arbeits- und Geschäftsprozesse zugunsten höherer Flexibilität und Effizienz, die Kompetenzentwicklung der Beschäftigten sowie die Entwicklung neuer bzw. modifizierter Telematiksysteme stehen im Fokus.

OPTILOG setzt an diesen Punkten an. Der Telematikeinsatz in den Speditionen wird unter dem Gesichtspunkt der Gestaltung von Arbeit, Technik und Organisation betrachtet. Die Arbeitsweise im Projekt zeichnet sich durch die Vernetzung von Speditionen, wissenschaftlichen und schulischen Einrichtungen sowie Herstellern von Telematiksystemen aus. Die Einbeziehung des Erfahrungswissens der Beschäftigten steht im Zentrum des methodischen Vorgehens. Drei Arbeitsschwerpunkte zielen sowohl auf Organisationsentwicklung als auch auf Technikgestaltung ab:

  • Telematik zur Förderung der Arbeits- und Wissenskooperation: Die Telematiksysteme sollen zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Fahrern und Disponenten genutzt werden. Dazu werden modellhafte Lösungen erarbeitet. Die Beispiele reichen bislang von einem Unternehmens-Wiki bis hin zur selbständigen Disposition der Fahrer im Bereich der Nahverkehrslogistik.
  • Telematik zur Intensivierung des arbeitsintegrierten Lernens: Hier steht das verbrauchsarme Fahren im Mittelpunkt. Die Fahrprozessdaten werden erfasst und aufbereitet. Sie dienen als Basis für Feedback-Lernen zur individuellen Fahrweisenoptimierung.
  • Entwicklung neuer Telematiksysteme: Gemeinsam mit den Telematik-/Logistikunternehmen werden im Projekt neue Telematikprodukte entwickelt. Die Erprobung der Prototypen erfolgt in den projektbeteiligten Speditionen.

Vor diesen Hintergründen definiert OPTILOG drei wesentliche Projektziele. Die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen, d.h. höhere Flexibilität und Zuverlässigkeit in den Kommunikations- und Kooperationsprozessen, Optimierung des Wissensmanagements, Einsparung von Kraftstoff stellt einen Aspekt dar. Ebenfalls soll die Beschäftigungsfähigkeit optimiert werden, z.B. durch Ermöglichung von arbeitsintegriertem Lernen, neuen Handlungs- und Entscheidungsspielräumen oder neuen Inhalten in der Aus- und Weiterbildung von Berufskraftfahrerinnen und Berufskraftfahrern. Alles in allem soll mit den Ansätzen in OPTILOG auch die Innovationsfähigkeit der Logistikbranche in Bremerhaven und Bremen durch Vernetzung von Partnern aus Bildung, Wirtschaft und Wissenschaft verbessert werden.

Die Projektpartner neben dem ISL sind NTK - Neutrales Transport Kontor GmbH, Georg Grube GmbH, Spedition Lühmann GmbH & Co. KG, Paul Kern Kühltransporte, Mehrtens Muldenservice, GCD - Glomb Containerdienst GmbH, dbH Logistics IT AG, OHB Teledata GmbH, megatel Informations- und Kommunikationssysteme GmbH, AP BKF - Ausbildungspartnerschaft Berufskraftfahrer, Hochschule Bremerhaven und ITB - Institut Technik und Bildung. Begleitet wird OPTILOG vom LVB - Landesverband Verkehrsgewerbe Bremen e.V. und von der ver.di Geschäftsstelle Bremerhaven.