Forschungsbericht 2016

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Einleitung

LIEBE FREUNDE UND PARTNER DES ISL,
SEHR GEEHRTE DAMEN UND HERREN,

nicht nur die Logistik befindet sich im Wandel, sondern auch unser Institut, das im Jahr 2016 umstrukturiert wurde. An die Stelle der seit Jahrzehnten existierenden Abteilungsstrukturen treten nun fünf Kompetenzbereiche, die eng miteinander verzahnt sind und unsere Kompetenzen besser repräsentieren, die wir Ihnen im Folgenden kurz vorstellen. Damit verbunden wurde auch die Führungsstruktur angepasst; das ISL wird nun von zwei wissenschaftlichen Geschäftsführern und einer kaufmännischen Geschäftsführerin gemanagt.

Unter Maritime Intelligence fassen wir alle Dienstleistungen rund um die intelligente Erfassung und Aufbereitung von Daten mit Bezug zur maritimen Logistik zusammen. Diese Feld bildet damit ein Alleinstellungsmerkmal des ISL. Analysen und Prognosen – auch auf der Basis selbst erhobener Daten - werden mit Hilfe unserer ständig weiter entwickelten Software-Tools wie Geodatenbank, Hinterlandverkehrsmodelle und Werkzeuge zur intermodalen Verkehrssimulation effizient und mit hohem Qualitätsanspruch erstellt.

Der Bereich Maritime Security steht im Zeichen gestiegener Sicherheitsanforderungen in logistischen Ketten – seien sie über Gesetze forciert oder über Kundenanforderungen. Wir betrachten dabei Sicherheitsfragen in Häfen, für gesamte intermodale Transportketten oder auch Offshore-Windparks. Über Sicherheitsfragen von physischen Containertransporten hinaus steht hier zunehmend das Thema Cyber-Security im Fokus.

Unter dem Label Maritime Environment erforschen wir Umweltfragen im Umfeld der maritimen Logistik. Auch hier steht uns ein bewährtes Instrumentarium zur Verfügung, z.B. ein Simulationstool zur Ermittlung der durch den Schiffsverkehr erzeugten Emissionen.

Im Bereich Maritime Simulation finden Sie unsere geballte Simulationskompetenz zu vielen logistischen Fragestellungen, von der Simulation von Prozessen und Strategien in Containerterminals über die Simulation der Errichtung von Offshore-Windparks bis hin zur Simulation von Schiffsverkehren im Hafenzulauf. Hier haben wir diverse Software-Tools im Einsatz, die wir gemeinsam mit unserer Tochtergesellschaft ISL Applications GmbH in diversen Projekten und Studien einsetzen. Der Baustein „virtuelles Terminal“ bietet darüber hinaus die Möglichkeit, neue Strategien oder Updates echter Terminal-Software (TOS) in einer virtuellen Umgebung zu testen – ohne Risiko für den Echtbetrieb!

Das Team des Kompetenzbereichs Maritime Transport Chains befasst sich mit der Optimierung von maritimen Transportketten. Hier sind neben dem bewährten Know-how des ISL im Sektor Containertransport nun auch die neuen Sektoren Kühlgut-Logistik und Logistik für biogene Brennstoffe hinzugekommen. Die Verknüpfung der einzelnen Verkehrsträger, z.B. im Hafenhinterlandverkehr mit Lkw, Bahn und Binnenschiff mit Seehäfen, Inland-Terminals und GVZs wird uns auch weiterhin begleiten. In diesem Kompetenzbereich sind auch neuere Aktivitäten und Projekte zu innovativen Themen wie Digitalisierung, Industrie 4.0 und Internet der Dinge – immer mit Bezug zur maritimen Logistik - aufgehängt.

Wir sind überzeugt, mit dieser neuen Struktur unsere Kompetenzen noch effizienter kombinieren zu können, um damit maßgeschneiderte Dienstleistungen und Forschungsaktivitäten in optimierter Weise anbieten und Impulse für die maritime Logistik in Deutschland und Europa geben zu können.

Wir bedanken uns an dieser Stelle bei allen Projektpartnern und Auftraggebernfür das im Jahr 2016 in uns gesetzte Vertrauen und die gute Zusammenarbeit. Unser Dank gilt auch in besonderer Weise unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ohne deren Einsatz und Qualität die erfolgreiche Bearbeitung unserer Forschungs- und Beratungsprojekte sowie der Transfer der Ergebnisse in die Praxis nicht möglich wären.

In diesem Forschungsbericht möchten wir Ihnen einige unserer Aktivitäten und Projekte vorstellen, um Ihnen „Appetit auf mehr“ zu machen. Gleichzeitig erneuern wir gern unser Angebot, gemeinsam die Ergebnisse unserer Vorhaben zu diskutieren und über neue Ideen und zukunftsweisende Themen im Umfeld der maritimen Logistik nachzudenken.

Sprechen Sie uns an -wir freuen uns auf Sie!

Prof. Dr. Burkhard Lemper
Prof. Dr. Frank Arendt
Birgit Borowy

CORE

CONSISTENTLY OPTIMISED RESILIENT SECURE GLOBAL SUPPLY CHAINS

Logo CORE
Quelle: CORE Projekt

Das Projekt CORE, ein großes Demonstrationsprojekt für sichere und effiziente globale Lieferketten mit 70 beteiligten Partnern aus 17 Ländern inkl. USA und Kanada, ging in das dritte Projektjahr. Die im Rahmen des Projektes entwickelten Konzepte für die Optimierung der Sicherheit und der Effizienz der Lieferketten werden in 16 verschiedenen Demonstrationsvorhaben unter maßgeblicher Beteiligung von welt-weit tätigen Unternehmen wie DHL, Maersk und Procter&Gamble umgesetzt. Die zentrale Aufgabe des ISL, eine „virtuelle Demonstrationsumgebung“ zu entwickeln, mit deren Hilfe die Widerstandfähigkeit (Resilienz) von Transportketten bei Störungen simuliert werden kann, wurde erfolgreich abgeschlossen. Das entwickelte „CORE Simulation Environment“ wurde mit Erfolg im Rahmen temperaturgeführter Containertransporte von Europa nach Südafrika eingesetzt, um die Auswirkungen von Verzögerungen im Transportablauf auf die transportierten Güter zu simulieren. Außerdem trug das ISL in Zusammenarbeit mit der Bremischen Senatorischen Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, ebenfalls Projektpartner, zu einem der Demonstratoren bei, welcher Containertransporte von Europa in die USA zum Inhalt hat. Darüber hinaus brachte sich das ISL zum Teil federführend in die Dissemination-Aktivitäten des Projektes ein. So repräsentierte es CORE auf der Transport Research Arena TRA2016, der wichtigsten europäischen Veranstaltung im Bereich Transportforschung, die in Warschau statt fand.

This project has received funding from the European Union’s Seventh Framework Programme for research, technological development and demonstration under grant agreement no 603993

www.core.eu

EMISSIONSAUSWERTUNG DER BREMER HÄFEN

Aufbauend auf verschiedenen Vorläuferprojekten und der ISL-Motorendatenbank wurden in den vergangenen Jahren in zwei Projekten die mit dem Schiffsverkehr in den Häfen Bremerhaven und Bremen verbundenen Emissionen simuliert bzw. berechnet. Ausgehend von den realen Schiffsankünften in den Häfen und deren Liegezeiten an den verschiedenen Liegeplätzen wurden deren Bewegungen in der Zufahrt der Häfen und die Manöver im Hafen selbst nachgebildet.

Diese Schiffsbewegungen wurden zum einen mit den entsprechenden Maschinenleistungen und zum anderen mit den Informationen aus der ISL-Motorendatenbank verknüpft. Damit war es möglich, für jedes einzelne Schiff die gefahrenen Strecken, Manöver und auch die Manöver von bspw. Schleppern oder Lotsenfahrzeugen nachzubilden, die damit verbundenen Lastzustände der spezifischen Maschinen des jeweiligen Schiffes und letztendlich den Verbrauch und die Emissionen der Schiffe während dieser Manöver sowie ihrer Zeit an den Liegeplätzen zu ermitteln.

Neben der ex-post-Betrachtung ermöglicht das im ISL entwickelte Instrumentarium über die Entwicklung von Szenarien zur Zusammensetzung der Flotte in zukünftigen Jahren, zur Höhe der Umschlagmengen und zur technischen Entwicklung der Schiffsmotoren auch eine ex-ante-Betrachtung (Prognose) der Emissionen druch Schiffe im Hafengebiet in der näheren und ferneren Zukunft.

EMMA

ENHANCING FREIGHT MOBILITY AND LOGISTICS IN THE BSR BY STRENGTHENING INLAND WATERWAY AND RIVER SEA TRANSPORT AND PROMOTING NEW INTERNATIONAL SHIPPING SERVICES

Logo EMMA
Quelle: EMMA Projekt

Im INTERREG Ostseeprojekt „EMMA“ werden sich unter der Leitung des Hamburg Hafen Marketing e.V. das ISL und weitere 20 Projektpartner aus Deutschland, Schweden, Finnland, Polen und Litauen in den nächsten drei Jahren für die Stärkung der Binnenschifffahrt im Ostseeraum einsetzen.

Vor dem Hintergrund steigender Transportmengen in Europa bedarf es in vielen Ländern eines Umdenkens in Bezug auf Transportwege und Verkehrsträger. Beispielsweise gibt es aus Sicht des Hamburger Hafens insbesondere im Bereich der Binnenschifffahrt noch große Transportpotenziale: Die Transporte per Binnenschiff sind umweltfreundlich, effizient und können Straßen- und Schienenwege entlasten. Auf ein mittelgroßes Container-Binnenschiff passen gut 100 TEU - das entspricht etwa dem Ladungsvolumen von 63 Lkw.

In den Ostseeanrainerstaaten gibt es ähnliche Herausforderungen. Die EMMA - Partner werden Industriezweige und Unternehmen ermitteln, für die eine stärkere Einbindung des Binnenschiffs in ihre Lieferkette wirtschaftlich ist. Hierauf aufbauend werden Analysen erstellt und gemeinsam mögliche Liniendienste definiert. Auf politischer Ebene strebt EMMA eine noch engere Verknüpfung von Verbänden an, um Interessen besser vertreten zu können. Das Binnenschiff soll im Bewusstsein der Politik gefestigt werden, um in zukünftigen Gesetzgebungen die nötige Beachtung zu erlangen. Hinzu kommen regionale Maßnahmen: So wird ein Binnenwasserstraßeninformationssystem für die Elbregion umgesetzt, an dessen Entwicklung das ISL maßgeblich mitwirken wird. In den übrigen Regionen sind folgende Aktivitäten geplant: In Litauen zum Thema Schwergut, in Polen zur Schiffbarkeit der Weichsel, in Schweden zur Umsetzung der Ende 2014 beschlossenen Richtlinie zur Einführung von Binnenschifffahrt und in Finnland zu Bioenergie- und Rohholztransporten.

WWW.PROJECT-EMMA.EU

CENTRAL DATA HUB

Im Rahmen des Aufbaus des Kompetenzbereichs Maritime Intelligence hat das ISL einen zentralen Data Hub eingerichtet, der neben den ISL-eigenen Datenbanken (ISL Hafendatenbank, ISL Containerverkehrsmodell Nordrangehäfen, ISL Monthly Container Port Monitor, Global Port Tracker - North Europe, ISL Shipper Database) auch diverse öffentlich verfügbare statistische Informationen (u.a. Eurostat, Destatis) enthält, die für kundenspezifische Auswertungen und Darstellungen genutzt werden können.

Neben der internen Nutzung für die Bearbeitung von Projekten erlaubt das System auch die automatische Erstellung und Aktualisierung von Datenzusammenstellungen für Kunden, die auf einem IP-geschützten Bereich des ISL-Webservers permanent zum Download zur Verfügung stehen und so auch in die Datenbanksysteme der Kunden integriert werden können.

LKW - ZULAUFSTEUERUNG

Nach Fertigstellung des aktuell im Bau befindlichen Hafentunnels an der Cherbourger Straße in Bremerhaven soll dieser zukünftig vorrangig für den Zu- und Ablauf der hafenbezogenen Lkw-Verkehre genutzt werden, um gleichzeitig andere Hafenzuwegungen - z.B. über das Zolltor Roter Sand - vom Schwerlastverkehr zu entlasten. Dabei wird angestrebt, den Zulauf zu den einzelnen Terminals in den Bereichen Container, Automobiltransporte und High & Heavy zukünftig geregelter zu gestalten. Bisher verfügen die einzelnen Terminals von Eurogate/ MSC-Gate, NTB und BLG über jeweils eigene Gates.

Seit geraumer Zeit bestehen Überlegungen, die Lkw-Verkehre im Zulauf zu den einzelnen Terminalgates an einer zentralen Stelle (Vorstaufläche) zu puffern und dort geregelt abzurufen, um zum einen Staus an den Terminalgates/ Chassisplätzen im Sinne einer „Green Ports-Strategie“ zu vermeiden und zum anderen positive Effekte vor dem Hintergrund der Lenk- und Ruhezeitenregelung für die Fuhrunternehmen zu erzielen. Weitere Überlegungen bestehen darin, durch Verlagerung und Zusammenlegung der bestehenden Gates an einer zentralen Stelle im Hafen (Zentralgate) Synergien durch eine funktional einheitliche Gate-Abwicklung für die Hafenwirtschaft zu erzielen. Dies hätte jedoch weitreichende Konsequenzen hinsichtlich eines gesicherten Zulaufs vom Zentralgate zu den einzelnen Terminals vor dem Hintergrund des ISPS-Codes.

Ziel der Konzeptstudie für eine LKW-Zulaufsteuerung für die Bremerhavener Terminals war es daher, für eine zukünftige Vorstaufläche, welche mit einem IT-gestützten Anmelde- und Abrufsystem im Sinne eines Slot Management-Verfahrens gekoppelt werden soll, die notwendigen IT-Funktionalitäten und Rahmenparameter herauszuarbeiten.

Darüber hinaus besteht ein weiteres Ziel darin, Funktionalitäten und Services, sowie infra- und suprastrukturelle Anforderungen zu erörtern, welche bei einer Verlagerung von Gate-Funktionen an eine zentrale Stelle im Hafen in Form eines Zentralgates zu beachten sind. Dabei sollen auch mögliche zukünftige Gate-Funktionen, wie z.B. das Container-Scanning, bereits in die Überlegungen mit einbezogen werden.

HOLISHIP

GANZHEITLICHE OPTIMIERUNG DES LEBENSZYKLUS IM SCHIFFSENTWURF UND –BETRIEB

Maritime Wirtschaftsgüter wie Schiffe und Offshore Plattformen sind keine und erfordern typischerweise große Investitionen. Während es im Luft-, Schienen- und Straßentransport Skaleneffekte einer Serienproduktion und ausreichende Vorlaufzeiten der Entwicklung gibt, fehlt beides bei Maritimen Produkten. Ein hochentwickelter Produktentwurf erfordert eine stetige Überprüfung der Anforderungen, um über den gesamten Lebenszyklus für unterschiedliche Einsatzbedingungen die notwendige Flexibilität bei optimaler Leistung zu gewährleisten. Das erfordert erheblich verbesserte Entwurfswerkzeuge unter Einschluss einer disziplinübergreifenden Mehrzieloptimierung und der virtuellen Testung des Gesamtentwurfs als auch seiner Komponenten.

Der heutige Bedarf der Auftrags- und Einzelfertigung basiert auf einer unzureichenden Wissensbasis, unzulänglichen Vorlaufzeiten für einen vollständigen Optimierungszyklus und unvollständiges Zusammenspiel der verschiedenen Entwurfsdisziplinen. Darüber hinaus gibt es für den Produktlebenszyklus Unsicherheiten und Änderungen hinsichtlich der Einsatzbedingungen, die bei einer ganzheitlichen Optimierung über diesen Produktlebenszyklus berücksichtigt werden müssen. HOLISHIP wird diese Unzulänglichkeiten bestehender Entwurfsprozesse maritimer Produkte mit einem systembasierten Ansatz adressieren.

Das ISL stellt Marktanalysen auf der Basis von historischen Daten für verschiedene Anwendungsfälle und Schiffstypen bereit. Die Marktdaten werden analysiert und zur Grundlage für das zu entwickelnde Optimierungskonzept. Das setzt verschiedene Szenarien wie beispielsweise für verschiedene Treibstoffpreisentwicklungen voraus. Ausgehend von einem allgemeinen Überblick zu verschiedenen Schiffstypen und Anlagen werden Flottenentwicklungen, Neubaubestellungen, Abwrackungen und ggf. des Schffsbetriebsmanagement betrachtet. Wesentliche charakteristische Parameter wie Baukosten, Treibstoffkosten, planmäßige Überprüfungen und Klassekosten werden betrachtet, um ein geeignetes Kostenmodell zu definieren.

Ferner wird sich das ISL an der Lebenszykluskostenevaluation beteiligen; diese behandelt die relevantesten Entwurfsaspekte der maritimen Produkte von HOLISHIP.

This project has received funding from the European Union’s Seventh Framework Programme for research, technological development and demonstration under grant agreement no 689074

WWW.HOLISHIP.EU

KMI-ISL-JOINT RESEARCH FOR COLD CHAIN LOGISTICS TECHNOLOGY

Das Korea Maritime Institute (KMI) und das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) kooperieren seit mehreren Jahren im Bereich der maritimen Logistik. Der jetzt abgeschlossene Bericht ist bereits der dritte im Rahmen dieser Kooperation.

Diese jüngste vom KMI beauftragte und vom ISL durchgeführte Untersuchung im Bereich der europäischen Kühlkettenlogistik mit einer Analyse des derzeitigen Marktes und von Trends, beinhaltete außerdem eine Übersicht zum Einsatz von Technologien aus den zwei Schwerpunktthemen Internet der Dinge (Internet of Things, IoT)/Big Data sowie Smart Machines/Robotics in der Kühlkettenlogistik.

Eine detaillierte Analyse des europäischen Marktes war aufgrund unzureichend vorhandener Zahlen sowohl auf nationaler als auch europäischer Ebene unerwartet schwierig. Einzig für Deutschland waren belastbare Informationen verfügbar, sodass Teilanalysen hinsichtlich Marktgrößen und Charakteristiken auf dieses Land beschränkt werden mussten.

Die Untersuchung des Einsatzes von Technologien der zwei Schwerpunktbereiche zeigte auf, dass IoT/Big Data Technologien hauptsächlich im Transportumfeld eingesetzt werden und Technologien aus dem Bereich Smart Machines/Robotics eher bei Produktion bzw. Lagerung.

Besonders erfolgversprechende Entwicklungen werden im Bereich der mobilen Datenlogger sowie neuer Low-Power Netzwerke gesehen. Mit Big Data Lösungen kombiniert lassen sich so neben der lückenlosen Protokollierung des Temperaturverlaufes schon während des Transportes relevante Informationen übertragen und verarbeiten, um auf Abweichungen gezielt und zeitnah zu reagieren.

Roboter bzw. Maschinen in diesem Bereich entlasten Mitarbeiter bei Lagerung sowie Kommissionierung, erleichtern die Einhaltung von Hygienevorschriften und vereinfachen den Betrieb von Lagern mit kontrollierter Atmosphäre, bspw. für Obst; eine besondere Herausforderung für die mobile Energieversorgung sind die niedrigen Temperaturen.

LOKO-TK

OPTIMIERUNG DER DISTRIBUTIONSLOGISTIK FÜR TIEFKÜHLPRODUKTE IN BREMERHAVEN

In der Distributionslogistik für Tiefkühlprodukte bestehen deutliche Optimierungspotenziale. Obwohl Wettbewerber ihre Produktionsstätten oft in räumlicher Nähe betreiben und die Kundenstruktur und damit verbunden die entsprechenden Lieferwege sehr ähnlich sind, findet eine Zusammenarbeit in diesem Bereich trotzdem heute nicht statt. Dieser Zustand bringt teils erhebliche ökonomische und ökologische Nachteile mit sich.

Die LoKo-TK-Projektidee besteht darin, einen Logistik-Kollaborationsansatz für Unternehmen der Tiefkühlbranche zu konzipieren und zu erproben und damit eine innovative Dienstleistung zu entwickeln, um die o.g. Nachteile zu verringern. Bestandteile des Projekts sind u.a. das prototypisch zu entwickelnde Software-Tool LoKoST, das strategische Überlegungen zur Kollaboration unterstützt, indem es bei der Konzeption und permanenten Überprüfung dieser Dienstleitung auf strategischer Ebene assistiert sowie ein Verfahren zum finanziellen Ausgleich von Vor- und Nachteilen der Kollaborationspartner.

Bezogen auf die Logistik stehen unterschiedliche Fragestellungen im Mittelpunkt, z.B. die Organisation optimaler Rundreisen, die idealen Sammelstrategien oder Auslieferungsprobleme in Städten, bis hin zur Simulation möglicher Kollaborationsszenarien.

In Bremerhaven (bzw. allgemein in Norddeutschland) sind viele Hersteller von Tiefkühl- und Frischeprodukten angesiedelt, die ihre Distributionslogistik unabhängig voneinander planen und abwickeln, was zu den oben genannten Problemen bei der Fahrzeugauslastung und den damit verbunden ökonomischen sowie ökologischen Nachteilen führt. Eine Verbesserung dieses Zustands ist nicht nur unter den Aspekten Kosten und Nachhaltigkeit der Unternehmen, sondern auch unter dem politischen Gesichtspunkt „Klimastadt Bremerhaven“ erstrebenswert.

Dieses Projekt wird von der Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH (BIS) im Rahmen des Programms zur Förderung der Forschung, Entwicklung und Innovation (FEI) des Bremer Senators für Wirtschaft, Arbeit und Häfen gefördert

MARSAT

NEUE SATELLITENBASIERTE DIENSTE FÜR MEHR SICHERHEIT UND EFFIZIENZ IN DER SEEFAHRT

Logo MARSAT
Quelle: MARSAT Projekt

MARSAT sorgt zukünftig für mehr Sicherheit und geringere Kosten beim Schiffsverkehr: Im Projekt MARSAT arbeiten fünf privatwirtschaftliche Unternehmen und eine Forschungseinrichtung eng zusammen, um mit Hilfe von Satellitendaten neue Dienste für die maritime Wirtschaft zu entwickeln. Dazu zählen etwa die Optimierung von Schiffsrouten, tagesaktuelle Eisdienste oder Seebodenkartierungen. Neben der Schifffahrt soll auch die Offshore-Industrie von den neuen Services profitieren, ebenso wie Notfall- und Bergungsdienste.

Moderne Erdbeobachtungssatelliten ermöglichen Nahe-Echtzeitdienste.

Neben Reedereien gehören auch Häfen zu den potenziellen Nutzern: Mit Hilfe der Satellitendaten kann die Position von Schiffen punktgenau ermittelt und in moderne Lotsendienste integriert werden. Dies erleichtert die Verkehrsführung und damit auch die Sicherheit im Bereich der Anlegeplätze. Informationsdienste zum Gewässerzustand, Wassertiefen- und Seebodenkartierungen liefern hingegen wichtige Planungsgrundlagen für die maritime Industrie, etwa für Errichtung und Betrieb von Offshore-Windparks. Aus Satellitendaten können auch wichtige Informationen für Notfall- und Bergungsdienste gewonnen werden. So können nach einer Havarie Objekte wie Rettungsinseln und -boote oder treibende Hindernisse detektiert und deren Position übermittelt werden.

Projektpartner in MARSAT sind neben dem ISL die EOMAP GmbH & Co. KG in Seefeld, die Drift & Noise Polar Services GmbH in Bremen, die European Space Imaging GmbH (EUSI) in München, die SevenCs GmbH in Hamburg und die TRENZ AG in Bremen. Durch diesen Verbund können die Partner ihre langjährigen Erfahrungen und Kompetenzen im Bereich der Satellitendienste, Softwareentwicklung und maritimen Dienstleistungen kombinieren. Nach der Entwicklung werden die Dienste in bereits bestehende Anwendungen der maritimen Wirtschaft eingebunden - etwa in Lotsen- oder Hafendienste - und in Zusammenarbeit mit den Nutzern umgesetzt und erprobt. Das ISL trägt auf Basis seiner beachtlichen Vernetzung mit der maritimen Wirtschaft und Forschung zur Geschäftsentwicklung und Dissemination im Rahmen von MARSAT bei. Finanziert und koordiniert wird MARSAT vom DLR Raumfahrtmanagement mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi).

WWW.MARSAT-PROJECT.ORG

MOS-TEN-T

STUDY ON THE TEN-T MOTORWAYS OF THE SEA HORIZONTAL PRIORITY AND THE MOS DETAILED IMPLEMENTATION PLAN

Ziel der Studie, in der das ISL einer von drei Partnern ist, ist die Entwicklung eines sogenannten „Detailed Implementation Plan“ (DIP) für den MoS-Koordinator des Europäischen Parlaments (Brian Simpson). Der Koordinator muss 2 Jahre nach seiner Einsetzung dem EU-Parlament und dem MS einen solchen DIP vorlegen. Die Studie soll eine Methodik entwickeln, damit die EU-Kommission potenziell notwendige Investitionen im Kern- und erweiterten Hafennetzwerke identifizieren und bewerten kann.

Das ISL entwickelt dabei u.a. Indikatoren für die Häfen, die zeigen sollen welche Häfen wie besser in die Transeuropäischen Netze eingebunden werden könnten. Dabei geht es auch um die sinnvolle Verteilung von Investitionen und die Vermeidung bspw. von Doppelstrukturen.

NOTIERT

ENTWICKLUNG EINER NORMVORLAGE FÜR APPLIKATION UND BETRIEB SENSORBASIERTER DATENERFASSUNGSSYSTEME BEI TEMPERATURGEFÜHRTEN TRANSPORTEN IN DER LOGISTIK

Logo NOTIERT
Quelle: NOTIERT Projekt

Im Rahmen des Projekts ist es gelungen, die Normvorlage so umfassend zu entwickeln, dass diese ein standardisiertes Gesamtsystem aus Hardware- und Softwarekomponenten beschreibt. Dieses System bietet eine lückenlose Erfassung, Speicherung und Auswertung relevanter, mit frei kombinierbaren Sensoren zu erfassender Messgrößen und ist gemäß der jeweils aktuellen und für den Anwender zutreffenden Rechtslage geeignet.

Das ISL war vor allem in die Identifizierung bestehender Regelwerke im Kontext temperaturgeführter Transporte involviert, ebenso federführend in der Erarbeitung einer Normvorlage.

WWW.NOTIERT-PROJEKT.DE

OWISS

OFFSHORE WINDENERGIE – SCHUTZ UND SICHERHEIT

Logo OWISS
Quelle: OWISS Projekt

Welche Faktoren können die Nutzung der Windenergie auf hoher See gefährden? Eine Frage, die unter anderem im Rahmen des Forschungsprojekts „Offshore Windenergie - Schutz und Sicherheit“ (OWiSS) untersucht wird. Beim erfolgreichen Meilensteintreffen im Juli 2016 präsentierten die Verbundpartner mögliche Szenarien, die sich aus Gefährdungen und Bedrohungen für die Offshore Windenergie ableiten lassen, in Form eines Gefährdungs- und Bedrohungskatalogs.

Der Fokus des ISL liegt auf einer detaillierten Untersuchung der IT-Sicherheit. Die heute bereits in Betrieb genommenen Offshore Windenergieparks (OWP) stehen in Sachen IT-Sicherheit auf unterschiedlichstem Niveau. Für die Umsetzung von IT-Sicherheit für OWP gibt es heute nur wenige Standards. Auch unterliegen OWP nicht dem seit Juli 2015 geltenden IT-Sicherheitsgesetz, in dem Verfahren für eine verbesserte IT-Sicherheit definiert sind. Die Möglichkeit, dass durch einen Cyberangriff ganze Windparks oder sogar Cluster von Windparks lahmgelegt werden könnten und dadurch die Energieversorgung von Bevölkerung und/oder Wirtschaft gestört würde, besteht.

Im November 2016 trafen sich die sechs Verbundpartner sowie die assoziierten Partner in der Hochschule Bremerhaven zum fachlichen Austausch über den Stand des Projektes. Hierbei wurden die bisherigen Ergebnisse zur Bewertung des Gefährdungs- und Bedrohungskatalog vorgestellt. Die Untersuchungen des ISL teilen sich bei der Betrachtung der zu ergreifenden und zu bewertenden Maßnahmen in zwei Richtungen auf. Zum einen wurden den assoziierten Partnern die Ergebnisse der detaillierten Untersuchung der IT-Sicherheit vorgestellt.

Hier wurde deutlich, dass in Bezug auf Maßnahmen zur IT-Sicherheit eine Vielzahl von Akteuren - vom Anlagenbauer über den Entwickler, zu den Übertragungsnetzbetreibern und Direktvermarktern bis hin zum Offshore Windenergieparks (OWP)-Betreiber und den Sicherheitsfachleuten - unterschiedliche Zuständigkeitsbereiche inne haben und verschiedene Zugriffsrechte auf OWP und ihre Subsysteme besitzen. Dies erhöht den Bedarf für Maßnahmen zur IT-Sicherheit enorm.

Zum anderen beschäftigte sich das ISL mit der Simulation der Auswirkungen von Maßnahmen als Einflussfaktor für deren Bewertung. Das Simulationsmodell bildet dabei den laufenden Betrieb eines oder mehrerer OWP ab und trägt zur Ermittlung von Daten für die Bewertung präventiver Maßnahmen bei. So können beispielsweise Logistikkosten und entgangene Einspeisevergütungen vor und nach der Umsetzung einer Maßnahme ermittelt werden.

WWW.OWISS.DE

PORTSEC

IT-RISIKOMANAGEMENT IN DER HAFENTELEMATIK AUF BASIS DER SOFTWARE-ARCHITEKTUR

Logo PORTSEC
Quelle: PORTSEC Projekt

Hafentelematik-Systeme sind zentrale Datendrehscheiben, die es allen am Seeverkehr beteiligten Unternehmen und Behörden ermöglichen, relevante Daten für den Transport auszutauschen. IT-Angriffe auf diese Systeme können je nach Dauer zu Versorgungsengpässen der nachgelagerten Industrien bzw. der Bevölkerung führen. Das ISL betrachtet seit vielen Jahren Bedrohungen bezüglich der Sicherheit der Lieferkette mit Schwerpunkt auf den Containerverkehr.

In verschiedenen nationalen und internationalen Projekten wurden hierzu Prozesse und Technologien untersucht und prototyphaft umgesetzt. Im neuen Projekt PortSec im Förderprogramm „KMU Innovativ“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung geht es nun um die jüngste Art der Bedrohung – Angriffe auf IT-Systeme.

So könnten z.B. vertrauliche Daten über manipulierte Nutzerkonten abgegriffen werden, um damit kriminelle Handlungen wie Drogenschmuggel vorzubereiten. Auch Sabotageakte sind vorstellbar. Das ISL und drei weitere Partner aus Bremen untersuchen in dem zweijährigen Verbundprojekt existierende Hafentelematik-Systeme, die weitestgehend automatisch gegen verschiedene Bedrohungsszenarien getestet werden sollen, um Schwachstellen zu entdecken und diese proaktiv absichern zu können. Hierbei soll auch ein entsprechender Standard entwickelt werden, damit sich Betreiber bezüglich der Sicherheit ihrer Hafentelematik-Systeme zertifizieren lassen können. Abschließend soll geprüft werden, inwiefern man den PortSec-Ansatz auf andere Branchen übertragen kann.

WWW.PORTSEC.DE

PRODIS

PROZESSINNOVATION DURCH DIGITALE DIENSTLEISTUNGEN FÜR DEN HAFEN DER ZUKUNFT

Logo PRODIS
Quelle: PRODIS Projekt

Im vom BMBF geförderten Forschungsprojekt „ProDiS - Prozessinnovation durch digitale Dienstleistungen für den Seehafen der Zukunft“ erfolgten seit Beginn 2016 zahlreiche weitere Schritte zur Prozessanalyse und zur Aufnahme betrieblicher/ technischer Anforderungen. Im Zuge dessen sind mithilfe der eingebundenen Praxispartner und durch Anwendung von Tools wie z.B. BPMN 2.0 (Business Process Model Notation) und SCOR (Supply Chain Operations Model) die Prozesse im Bereich Container und Losgröße 1+ detailliert worden, um Anknüpfungspunkte für digitale Dienstleistungen zu identifizieren. Parallel erfolgten die Auflistung und Beschreibung der in den möglichen Prozessen grundsätzlich eingebundenen Akteure und deren Funktionen.

WWW.SEEHAFENDERZUKUNFT.DE

SCORE

ANZEIGESYSTEM FÜR DIE WETTBEWERBSFÄHIGKEIT DER HERSTELLER IN DER EUROPÄISCHEN TRANSPORTINDUSTRIE

Logo SCORE
Quelle: SCORE Projekt

Die Europäische Fertigungsindustrie für den Transport ist gegenwärtig im Weltmarkt mit qualitativ hochwertigen Produkten gut aufgestellt. Weltwirtschaftliche Veränderungen, soziale Entwicklungen und Umweltanforderungen könnten diese führende Position gefährden. Wirtschaft und Politik müssen mögliche Herausforderungen und Gegenmaßnahmen mit deren Implikationen vorausschauend erkennen. Hierzu müssen die aktuelle Situation und mögliche Entwicklungen der Transportwirtschaft sorgfältig untersucht werden. Die Coordination and Support Action (CSA) “Scoreboard of Competitiveness of the European Transport Manufacturing Industry” (SCORE) untersucht, bewertet und prognostiziert wie Fortschritte im Bereich Forschung und Entwicklung, neue innovative Technologien und zukünftige Anforderungsänderungen in Kombination mit geopolitischen und weltwirtschaftlichen Entwicklungen die Marktposition der Europäischen Transportwirtschaft beeinflussen.

Die Analysen behandeln die vier Hauptsegmente der Hersteller in der Transportwirtschaft: Automobil, Luftfahrt, Schiffbau und Eisenbahn sowohl für den Güter als auch den Personentransport; der Zeithorizont reicht bis 2030 und teilweise bis 2050.

Das ISL wird einen tragfähigen Prozess für den Schiffbausektor liefern, um die gegenwärtige Position der Europäischen Schiffbauindustrie zu bestimmen. Die Dynamik der industriellen Wertschöpfungsketten und die Anforderungen von der Nachfrageseite werden in einer Betrachtung der Wettbewerbssituation verarbeitet. Disruptive Trends und das entwickelte Framework werden die Empfehlungen beeinflussen.

Das ISL wird europa- und weltpolitische, rechtliche wie regulatorische Rahmenbedingungen in den Untersuchungen berücksichtigen und in ihren Auswirkungen auf den Europäischen Schiffbausektor bewerten. Das wird zu einer umfassenden Betrachtung der relevanten Vorschriften auf den verschiedenen politischen Ebenen führen und Forschungsbedarf, technische Entwicklungen, Innovationsbedarfe und strategien auf diesem Gebiet bestimmen. Auf qualitativen Kriterien und quantitativen Indikatoren aufbauend werden die Auswirkungen auf diese Strategien der Schiffbauindustrie mit denen bestehender und sich entwickelnder Mitbewerber außerhalb der EU verglichen. Die Tatsache, dass eine Reihe von oft voneinander abhängigen Strategien den Europäischen Schiffbau (z.B. hinsichtlich Transport- und Umweltvorschriften) beeinflusst, wird berücksichtigt werden. Darüber hinaus können Strategien klare rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen schaffen die jedoch nach Art und Ausprägung der behördlichen Interpretation variieren. Danach wird das ISL, um die Auswirkungen der Strategien und deren Wirkung zu bewerten, die beteiligten nationalen und internationalen Institutionen (z.B. EU, nationale Ministerien, WTO) und relevante Strategien und deren Verbindlichkeit analysieren. Mit den Partnern im Konsortium werden die Auswirkungen auf die Wettbewerbssituation der Schiffbauindustrie durch aktuelle Trends und die Wettbewerbssituation beeinflussende Entwicklungen werden untersucht.

This project has received funding from the European Union’s Seventh Framework Programme for research, technological development and demonstration under grant agreement no 724112

WWW.PROJECT-SCORE.EU

SELIS

TOWARDS A SHARED EUROPEAN LOGISTICS INTELLIGENT INFORMATION SPACE

Logo SELIS
Quelle: SELIS Projekt

Ein Konsortium aus 38 europäischen Unternehmen aus Logistik und Forschung sowie IKT-Anbietern nutzt seine Erfahrung aus mehr als 40 europäischen Projekten, um gemeinsam neue Kommunikations- und Navigationsplattformen für europaweite Logistik-Anwendungen zu schaffen. Innovative Lösungen und bewährte Verfahren werden in 8 Living Labs umgesetzt, die die wichtigsten Logistik-Communities repräsentieren. Das Horizon 2020 Projekt SELIS betrachtet ein breites Spektrum logistischer Aufgaben und ermöglicht eine einheitliche operative und strategische Neuausrichtung für eine Grüne Logistik.

Die Projektergebnisse werden in Form leicht zu implementierender Cloud-Lösungen verfügbar gemacht, die auf aktuellen Sicherheitsstandards sowie anerkannte Best Practices der Industriepartner abgestimmt sind, um eine optimale Qualität der Dienste und höchste Verfügbarkeit zu gewährleisten.

Mithilfe der Living Labs schafft SELIS eine Forschungs- und Innovationsumgebung, in der ausreichend Daten und Erfahrung verfügbar sind, die für die Gewinnung neuer Erkenntnisse und Lösungsansätze genutzt werden können. Hierdurch wird die fortdauernde Anwendung von individuellen SELIS-Lösungen ermöglicht und ihre Einführung auf breiter Basis erleichtert.

Die Aufgaben des ISL innerhalb des Projekts umfassen die Analyse einer Auswahl von grünen Logistikstrategien und Maßnahmen, die in verschiedenen Logistikszenarien und Living Labs umgesetzt werden. Insbesondere wird das ISL Simulationsmodelle für diverse Strategien entwerfen, mit deren Hilfe neue Erkenntnisse gewonnen werden und fein abgestimmte, realistische Modellparameter identifiziert werden sollen, um die Anwendbarkeit dieser Strategien, vor allem hinsichtlich einer einfachen Übertragbarkeit von der Theorie in die Praxis, zu verbessern. Darüber hinaus entwickelt und validiert das ISL eine Reihe von konkreten SELIS-Lösungen im Rahmen eines Living Labs, das eine Reihe von praktischen Anwendungsfällen aus der Binnenschifffahrt umfasst. Dabei werden insbesondere Verkehre zwischen Häfen und Hinterlandknoten im norddeutschen Raum untersucht.

This project has received funding from the European Union’s Seventh Framework Programme for research, technological development and demonstration under grant agreement no 690588

WWW.SELISPROJECT.EU

TENTACLE

CAPITALISING ON TEN-T CORE NETWORK CORRIDORS FOR GROWTH AND COHESION

Logo TENTACLE
Quelle: TENTACLE Projekt

Das Interreg Ostsee-Projekt „Capitalising on TEN-T core network corridors (CNC) for growth and cohesion (TENTacle)“ baut auf die von der EU erarbeiteten Transeuropäischen Netze auf, die zur Beseitigung von Engpässen auf den Transportachsen Europas und zur Stärkung des innereuropäischen Handels gedacht sind. TENTacle fokussiert hierbei darauf, das nachhaltige Wachstum und den territorialen Zusammenhalt in der Ostseeregion zu erhöhen. Die zentrale Fragestellung des Projektes lautet daher, wie Aktionspläne entwickelt werden können, durch welche die unterschiedlichen Regionen (direkt auf dem Korridor, an dem Korridor liegend, oder entlegene Regionen) profitieren können (Anbindung an neue Korridore oder Logistiknetzwerke), oder wie negative Effekte (Verkehrs-verlagerungen), berücksichtigt werden können.

Der Ostseeraum (Baltic Sea Region (BSR)) wird von den drei Kernnetzwerkkorridoren Skandinavien - Mittelmeerraum (Scan-Med), Nordsee - Baltikum und der Baltikum- Adria gekreuzt. Viele Akteure sind in einer gemeinsamen Anstrengung gefordert vorhandene äußerliche, technische, operative wie administrative Engpässe entlang dieser Korridore bis zum Jahr 2030 zu überwinden.

Hier gibt es ein großes aber bisher nicht erschlossenes Potenzial zur wirtschaftlichen Weiterentwicklung im gesamten Ostseeraum. Es gilt, mehr Akteure auch grenzüberschreitend einzubeziehen und Kapazitäten auszubauen, um die mit den Europäischen Transportachsen verbundenen Chancen für nachhaltiges Wachstum wahrzunehmen. Genau dort setzt TenTacle an.

Das ISL ist an den Arbeiten zu den Auswirkungen der Fehmarn Belt Brückenquerung (DE/DK: Leitung Hamburg Hafen Marketing) beteiligt und ermittelt, wie beispielsweise Marktteilnehmer und Behörden auf Auswirkungen der Fehmarn Belt Verbindung auf den Scan-Med Korridor vorzubereiten sind und Wirtschaft und Politik neue Transport- und Logistikoptionen nutzen könnten. Zu diesem Zweck betrachtet das ISL Effekte von Investitionen in diese Verbindung auf den Korridor hinsichtlich Frachtströmen und daraus resultierend auf Geschäftsmodelle der Transport- und Logistikindustrie einschließlich Häfen sowie den Einflussbereich der Fehmarn-Belt-Verbindung. Neue Transportmöglichkeiten und verkürzte Transportzeiten werden wahrscheinlich Struktur- und Standortfragen von Logistikunternehmen in Norddeutschland und Skandinavien beeinflussen.

WWW.TENTACLE.EU

SONSTIGES

Auch über die Projekte hinaus kann das ISL auf ein erfolgreiches Jahr zurück blicken.

Logo INTEGRITY
Quelle: INTEGRITY Projekt

Im Jahr 2016 wurde dem ISL mit dem Projekt INTEGRITY der diesjährige TRA Visions Senior Researcher Award in der Kategorie Cross-modality verliehen. ISL-Projektleiter Dr. Nils Meyer-Larsen, der INTEGRITY koordinierte, nahm die Trophäe stellvertretend für das INTEGRITY-Konsortium entgegen.

Award INTEGRITY TRA
v. l. n. r. :Magda Kopczynska (Director DG Mobility and Transport), Dr. Nils Meyer-Larsen (ISL)
Quelle: Transport Research Arena

INTEGRITY, das im siebten EU-Rahmenprogramm lief, behandelte das Thema Supply Chain Visibility. Es schuf die Basis für wichtige Folgeprojekte wie “CASSANDRA“ und aktuell „CORE“. Besonders hervorzuheben ist das sogenannte Customs Data Pipeline-Konzept, das in INTEGRITY gemeinsam durch den Englischen und den Niederländischen Zoll entwickelt wurde und nun im CORE-Projekt in mehreren globalen Demonstratoren praktische Anwendung findet.

Außerdem war das ISL maßgeblich daran beteiligt, dass der Hochschule Bremerhaven der diesjährige Hochschulpreis für Güterverkehr und Logistik verliehen wurde. Der Preis, im Jahr 2016, stand unter unter dem Motto „Risikobewältigung und widerstandsfähige Logistikketten“.

Award Arendt
v.l.n.r.: Staatssekretärin Dorothee Bär, Bundesminister Alexander Dobrindt, Rektor Prof. Dr.-Ing. Peter Ritzenhoff, Prof.Dr. Frank Arendt, Bundesminister Hermann Gröhe
Quelle: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

Der Preis des Bundesverkehrsministeriums wird für herausragende Lehrangebote deutscher Hochschulen im Bereich Logistik verliehen. Ziel ist es, das deutsche Hochschulangebot im Bereich Güterverkehr und Logistik zu stärken und damit Nachwuchskräfte für das Studium der Logistik zu werben. Für die Hochschule Bremerhaven nahmen Hochschulrektor Prof. Dr.-Ing. Peter Ritzenhoff und Prof. Dr. Frank Arendt den Preis entgegen.

ISL APPLICATIONS

Das sechste Geschäftsjahr der ISL-Tochtergesellschaft ISL Applications GmbH war eines der erfolgreichsten des Unternehmens, es generierte auch einige Unteraufträge für das Institut. Die Marketingaktivitäten für die Simulationsmodule für Containerterminals, die vom ISL Kompetenzzentrum für Simulation und Optimierung in Bremerhaven entwickelt wurden, konzentrierten sich einerseits auf bestehende Kunden.

Logo ISL APPLICATIONS
Quelle: ISL Applications

Der Südafrikanische Terminalbetreiber Transnet verwendet Chesscon Capacity und Simulation, um Investitionsanfragen ihrer Terminals analysieren zu können. Weiterhin haben sie zusätzliche Module geordert, um ein virtuelles Terminal als Testumgebung zu installieren. Somit sind sie in der Lage die neue Version ihrer Steuerungssystemsoftware der Terminals Mavis N4) zu testen, bevor sie live gehen wird. Bremerhavens NTB-Terminal hat ebenfalls mit dem Testen der neuen TOS-Version begonnen, bevor dies 2017 in Betrieb gehen soll. Ein weiterer Kunde beauftragte eine zusätzliche Schulung, sie nutzen die Module hauptsächlich für Greenfield-Terminals, um ihre Ausschreibungsunterlagen abzusichern.

Ein indischer TOS-Zulieferer verwendet das Virtuelle Terminal, um die Anforderungen an die Effiziens des Steuerungssystems neuen Kunden zu belegen und um diese vor dem „Live gehen“ des neuen TOS zu überzeugen. Der MSC-Terminalbetreiber TIL erweitert ein vorangegangenes Simulationsprojekt um einige zusätzliche simulationsbasierte Auswertungen.

Ein chilenischer Terminal wurde als neuer Kunde gewonnen, der tägliche Terminalbetrieb soll mit dem neuen Modul Shift Preview optimiert werden. Es importiert den aktuellen Planungsstatus direkt aus der Datenbank des Planers und wertet ihn mit einer sehr schnellen, ereignisgesteuerten Simulation aus. Des Weiteren benutzt ein UAE-Terminalbetreiber das virtuelle Terminal zusammen mit der vom indischen TOS Anbieter erstellten Schnittstelle (siehe oben).

Die ISL Applications GmbH gewann auch einige wichtige Unternehmen als Partner hinzu. Überzeugt von den erfolgreich umgesetzten Projekten hat der weltweite Marktführer im Bereich Terminalbetriebssysteme, das amerikanische Unternehmen Navis, die ISL Applications GMBH offiziell als „Business Partner“ im Bereich Simulation und Emulation von Container-Terminal-Abwicklung ernannt.

Darüber hinaus hat die ISL Applications HPC Hamburg Port Consulting GmbH, eine Tochtergesellschaft von Hamburgs Terminalbetreiber HHLA, als Kooperationspartner hinzugewonnen. Zusammen haben beide Unternehmen an einer Ausschreibung für ein Emulationssystem von einem der führenden Terminal Betreiber der Welt teilgenommen.

Screenshot Chesscon
Bildschirmfoto: Automated Lashing Platform (ALP) emulator
Quelle: ISL Applications Tool CHESSCON VIRTUAL TERMINAL

Zusammen mit der Universität Bremen, Total Soft Bank (TSB) aus Korea und der Pusan National Universität (PNU) hat die ISL Applications eine Emulationsumgebung entwickelt, um den bevorstehenden Betrieb auf Containerterminals zu analysieren. Während PNU das voraussichtliche Arbeitsaufkommen mit Hilfe von Big Data Auswertungen prognostizierte, bauten TSB und die ISL Applications ihre Schnittstelle durch dynamische Planungsparameter aus während die Uni Bremen baute einen Strategie-Generator für die schnelle Anpassung des Gesamtsystems an neue Anforderungen.

Neben diesen simulationsbasierten Aktivitäten entwickelte ISL Applications zusammen mit dem Partner akquinet Bremen ein Dashboard für Brommas „Automated Lashing Platform (ALP)“. Diese Plattform ist in der Lage, automatisch die Eckverbinder (Twistlocks) aus den Containern zu entnehmen, welches eine letzte Lücke im Bereich der Automatisierung der Lösch-/Ladeprozesse bedeutet. Während ISL-Applikations einen ALP-Emulator als Testumgebung zur Verfügung stellte, arbeitete akquinet an der SPS-basierten Schnittstelle zu den Maschinen, um die zu visualisierenden Daten zu extrahieren.

www.isl-applications.com
www.CHESSCON.com

INFOCENTER/BIBLIOTHEK

Das ISL InfoCenter ist ein europaweit führender Dienstleister für die Information und Dokumentation rund um Themen der maritimen Wirtschaft und Logistik. Es bietet ein professionelles Service- und Beratungsangebot zu Branchen, Märkten und Unternehmen in den Bereichen:

  • Schifffahrt, Schiffbau und Häfen
  • Verkehr, Transport und Logistik
  • Wirtschaft und Handel

Das Angebot umfasst unter anderem Auftragsrecherchen, Erstellung individueller Kundenprofile, Volltext-Service im Rahmen des Urheberrechts oder Informationen, Auskunft und persönliche Beratung rund um die Online und Präsenzbestände des ISL. Dabei legen unsere Mitarbeiter großen Wert auf die hohe Qualität und Vollständigkeit der bereitgestellten Fachinformationen. Die ISL Bibliothek in Bremen, die bereits seit 1954 besteht, ist eine der größten wissenschaftlichen Spezialbibliotheken im Bereich der maritimen Logistik. Neben dem Erwerb von Fachbüchern liegt ein besonderer Sammelschwerpunkt bei Marktstudien, Forschungsberichten, Tagungsberichten, Wirtschaftsstatistiken, Geschäftsberichten sowie Schiffsregistern. Weiterhin werden rund 180 laufende Fachzeitschriften und -zeitungen gehalten. Darüber hinaus spielen digital verfügbare Publikationen im Rahmen der Schaffung einer eLibrary zunehmend eine wichtige Rolle. Der Gesamtbestand der Bibliothek beträgt mehr als 128.000 Bände (Stand: Januar 2017), davon 32.000 Monografien und 32.500 Jahrespublikationen. Pro Quartal wird eine Neuerwerbungsliste erstellt, die den Zuwachs der Bibliothek dokumentiert. Dem interessierten Publikum steht die Bibliothek mit Lesesaal und Online-Arbeitsplätzen Dienstag bis Donnerstag von 9:00 bis 16:30 Uhr kostenlos zur Verfügung.

Ein wichtiger Bestandteil ist auch die ISL SEABASE, die sowohl als Onlinekatalog wie auch als Literaturdatenbank fungiert. Der Katalog verzeichnet mit rund 127.0000 Dokumenten (Stand: Januar 2017) den Bestand der Bibliothek und ist somit ein umfangreicher Wissenspool und systematischer Zugang zu logistischem Wissen für die maritime Wirtschaft sowie für Forschung und Lehre. Alle Neuzugänge der ISL Bibliothek werden erfasst und inhaltlich erschlossen. Neben Fachbüchern werden insbesondere Marktstudien, Forschungsberichte, Tagungsberichte, Wirtschaftsstatistiken sowie Geschäfts- und Jahresberichte berücksichtigt. Die Beiträge aus rund 180 nationalen und internationalen Fachzeitschriften werden selektiv nach Relevanz ausgewertet und finden ebenfalls Eingang in die Datenbank. SEABASE bietet zunehmend Zugriff auf verfügbare Volltexte digitaler Medien im Rahmen des Urheberrechts. Der jährliche Zuwachs beträgt ca. 1.500 Literaturhinweise. Der Altbestand (vor 1984) ist über einen Zettelkatalog vor Ort recherchierbar.

WWW.ISL.ORG/INFOCENTER
WWW.ISL.ORG/BIBLIOTHEK
WWW.SEABASE.ISL.ORG

INFOLINE/WEBSHOP

Die ISL InfoLine ergänzt unser Informationsangebot durch zahlreiche Publikationen, die als Print- und Onlineversionen über den ISL Webshop erhältlich sind. Im Mittelpunkt der statistischen Veröffentlichungen standen dabei auch in 2016 die internationalen Fachpublikationen ISL Shipping Statistics Yearbook (SSYB), die neunmal jährlich erscheinende ISL Shipping Statistics and Market Review (SSMR) und der ISL Monthly Container Port Monitor (MCPM). Das SSYB und die SSMR sind weltweit als Standardwerke der maritimen Wirtschaft anerkannt und werden von Fachleuten in über 40 Ländern bezogen. Das SSYB beinhaltet auf über 400 Seiten Marktinformationen, Kommentare und Entwicklungstendenzen der Schifffahrts- und Schiffbaumärkte sowie der Weltseehäfen und Seekanäle. Die Ausgaben der SSMR gliedern sich in die neun Schwerpunktthemen World Merchant Fleet, World Tanker Market, World Bulk Carrier Market, World Container and General Cargo Shipping, World Merchant Fleet by Ownership Patterns, World Passenger and Cruise Shipping/ISL Cruise Fleet Register, World Shipbuilding and Shipbuilders, Major Shipping Nations und World Seaborne Trade and World Port Traffic. Zusätzlich enthält jede Ausgabe der SSMR ein ISL Market Review, in dem mittels Frühindikatoren aktuelle Markttrends veranschaulicht werden. Weiterhin bietet das ISL über das Portal der ISL InfoLine verschiedene individualisierte Abfragen an. Grundlage bildet hier die ISL Port Database, die eine der umfangreichsten Datenbanken für Umschlagsinformationen weltweit ist.

WWW.ISL.ORG/INFOLINE
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