Auswirkungen des Kreuzfahrtbooms auf Bremerhaven

Das Kreuzfahrtgeschäft boomt weltweit, das ist auch in Bremerhaven spürbar: Das Columbus Cruise Center vermerkt stetig steigende Zahlen bei Touristen, die per Seeweg an- oder abreisen. Waren es 2017 noch unter 200.000 Passagiere, wurde 2018 diese Anzahl mit mehr als 238.000 deutlich überschritten. Und für 2019 werden noch mehr Besucher erwartet. Handelskammer-Präses Janina Marahrens-Hashagen kommentiert die positive Entwicklung: „Damit Bremerhaven auch in Zukunft vom Kreuzfahrttourismus profitieren kann, muss die Möglichkeit für weiteres Wachstum durch entsprechende Kapazitäten sichergestellt werden."

Prof. Dr. Lemper beim Vortrag in Bremerhaven© IHK
Prof. Dr. Lemper beim Vortrag in Bremerhaven

Wie für alle Orte, die für Urlauber im Trend liegen, birgt diese Entwicklung gleichermaßen wirtschaftliche Chancen wie infrastrukturelle Herausforderungen. Ist die Kapazität des Kreuzfahrtterminals noch ausreichend, wenn die dynamische Entwicklung des Kreuzfahrttourismus anhält? Wie viel Umsatz bringen sie der lokalen Wirtschaft, welche Branchen profitieren - und welche weniger? Um diese und weitere Fragen zu klären, hat das ISL eine Studie im Auftrag von bremenports, dem Magistrat der Stadt Bremerhaven sowie der Handelskammer Bremen - IHK für Bremen Bremerhaven durchgeführt. Die Ergebnisse präsentierte ISL-Geschäftsführer Prof. Dr. Burkhard Lemper am Abend des 29.04.2019 im Rahmen der Veranstaltung „Bremerhaven. Kreuzfahrt. Zukunft. Erfolge sichern - Chancen nutzen“ in den Räumlichkeiten der IHK in Bremerhaven. In seinem Vortrag kam er zu dem Schluss, dass zukünftig die Chancen und das Potenzial einer wachsenden Zahl von Kreuzfahrttouristen besser genutzt werden sollten. Die Stadt kann die Information bei den Touristen über die Angebote deutlich verbessern und im Bereich der Touristen, die in Bremerhaven eine Kreuzfahrt starten und beenden, könnte und sollte der Anteil der Übernachtungsgäste möglichst gesteigert werden. Diese Gruppe sorgt für die höchsten Umsätze und wirtschaftlichen Effekte in der Region.


Im Anschluss wurden diese Punkte im Rahmen einer Podiumsdiskussion aufgegriffen und analysiert. Dabei sagte Robert Howe, Geschäftsführer von Bremenports: „Die Studie gibt klare Empfehlungen in Richtung einer weiteren Verbesserung und eines Ausbaus der bestehenden Infrastruktur. Dies bestätigt unsere bereits laufenden Planungen zur Errichtung eines Multifunktionsbaus und insgesamt zur Weiterentwicklung der Columbus-Halbinsel."
Mit Spannung beobachten die ISL-Experten die weitere Entwicklung der Kreuzfahrtbranche insgesamt und in Bremerhaven und bringen sich auch gerne in die weiteren Diskussionen um die Verbesserungsmöglichkeiten der Angebote am Standort Bremerhaven ein.