Capitalising on TEN-T core network corridors for growth and cohesion (TENTacle)

Projektlaufzeit
01.2016 - 12.2019
Projektauftrag
Interreg Baltic Sea Region Programme 2014-2020

Das Interreg Ostsee-Projekt „Capitalising on TEN-T core network corridors (CNC) for growth and cohesion (TENTacle)“ baut auf die von der EU erarbeiteten Transeuropäischen Netze auf, die zur Beseitigung von Engpässen auf den Transportaxen Europas und zur Stärkung des innereuropäischen Handels gedacht sind. TENTacle fokussiert hierbei darauf, das nachhaltige Wachstum und den territorialen Zusammenhalt in der Ostseeregion zu erhöhen. Die zentrale Fragestellung des Projektes lautet daher, wie Aktionspläne entwickelt  werden können, die für die unterschiedlichen Regionen (direkt auf dem Korridor, an dem Korridor liegend, oder entlegene Regionen)  und deren Gewinn (Anbindung an neue Korridore oder Logistiknetzwerke), oder aber auch negative Effekte (Verkehrsverlagerungen), gleichermaßen berücksichtigt werden können.

Der globale Transport- und Logistikmarkt hat sich in den letzten Jahren auf ökonomischer, ökologischer und politischer Ebene gravierend verändert. Auch die Ostseeregion ist vom Wandel geprägt. Der Bau und die Unterhaltung der für die Ostseeregion wichtigen Verkehrsnetze und TEN-Korridore und die wichtigen Trends im Verkehrsmarkt Ostsee sind zu berücksichtigende Aspekte.

Der Ostseeraum (Baltic Sea Region (BSR)) wird von den drei Kernnetzwerkkorridoren Skandinavien - Mittelmeerraum (Scan-Med), Nordsee - Baltikum und der Baltikum- Adria gekreuzt. Viele Akteure sind in einer gemeinsamen Anstrengung gefordert vorhandene äußerliche, technische, operative wie administrative Engpässe entlang dieser Korridore bis zum Jahr 2030 zu überwinden.

Hier gibt es ein großes aber bisher nicht erschlossenes Potenzial zur wirtschaftlichen Weiterentwicklung im gesamten Ostseeraum. Es gilt mehr Akteure auch grenzüberschreitend einzubeziehen und Kapazitäten auszubauen, um die mit den Europäischen Transportachsen verbundenen Chancen für nachhaltiges Wachstum wahrzunehmen. Genau dort setzt TenTacle an.

 

Ziele bis Ende 2019:
  • Alle Gebiete im Ostseeraum sollen von den Europäischen Transportachsen profitieren
  • Die Partner aus Wirtschaft und Verwaltung haben Lösungen für nachhaltiges Wachstum und Wohlstand mit erfolgreichen Logistiklösungen, die in die Infrastruktur getätigte Investitionen nutzen.
  • Die für die Implementierung der Europäischen Transportachsen Verantwortlichen haben aus dem Projekt die notwendige Unterstützung zur Mobilisierung der Akteure sowohl innerhalb als auch außerhalb der Korridore um diese Transportachsen.
  • Die Verkehrsbehörden im Ostseeraum sind sich der durch die Europäische Förderung gebotenen Möglichkeiten bewusst und können die damit verbundenen Synergien für Planungsverfahren, Verwaltung und Realisierung nutzen.
  • Andere Europäische Makroregionen lassen sich von den für den Ostseeraum gefundenen Lösungen für Wachstum und Zusammenarbeit inspirieren.

 

 

Wie soll das erreicht werden? Was wird konkret getan und erreicht?

Die Anforderungen an Erschließungsqualität und Interoperabilität sind für jede Region anders und erfordern regionale Lösungen. Von daher werden Wachstumsoptionen sowohl auf regionaler wie überregionaler Ebene erhoben.

Sieben Pilotvorzeigeprojekte in verschiedenen Regionen sollen zeigen, welcher Nutzen aus den Europäischen Haupttransportsachsen im jeweiligen regionalen Kontext erreichbar ist. Die Projekte betreffen.

(1) Korridorknoten und Durchgangsbereiche entlang der Transportachsen,

(2) Einzugsbereiche der Korridore nahe an einer oder mehreren Transportachsen

(3) Bereich außerhalb der Einzugsbereiche mit größerer Entfernung zu den Transportachsen.

In jedem dieser Bereiche wird das Projekt die wesentliche Wachstumsherausforderung identifizieren, die sich durch eine bessere physikalische oder funktionale Anbindung an die Europäischen Transportachsen überwinden lässt.

Das ISL ist an den Arbeiten zu den Auswirkungen der Fehmarn Belt Brückenquerung (DE/DK: Leitung Hamburg Hafen Marketing) beteiligt und ermittelt, wie beispielsweise Marktteilnehmer und Behörden auf Auswirkungen der Fehmarn Belt Verbindung auf den Scan-Med Korridor vorzubereiten sind und Wirtschaft und Politik neue Transport- und Logistikoptionen nutzen könnten. Zu diesem Zweck betrachtet das ISL Effekte von Investitionen in diese Verbindung auf den Korridor hinsichtlich Frachtströmen und daraus resultierend auf Geschäftsmodelle der Transport- und Logistikindustrie einschließlich Häfen sowie den Einflussbereich der Fehmarn-Belt-Verbindung. Neue Transportmöglichkeiten und verkürzte Transportzeiten werden wahrscheinlich Struktur- und Standortfragen von Logistikunternehmen in Norddeutschland und Skandinavien beeinflussen.

Jedoch erschweren ein unzureichender Dialog der Wirtschaftsakteure und eine geringe Beteiligung regionaler Behörden die Veränderung in den internationalen, die dänische Meeresenge querenden Versorgungsketten (supply chain) zu bewerten. Das behindert den Entwurf von Güterterminals (neue und Erweiterung vorhandener Standorte) als Antwort auf modale Verlagerungspotenziale (Von der Straße auf die Schiene). Eine politische Antwort zur Nutzung oder Abschwächung von Niveauverschiebungseffekten aus veränderten Warenströmen (z.B. auf die Region um die nahen Seehäfen und die Gedser-Rostock Fähre) ist so gehemmt. Die zugehörige Forschung und die Veröffentlichung ihrer Ergebnisse soll die Wirtschaft und Öffentlichkeit ermutigen, an einer langfristigen Strategie zu arbeiten, um sich auf die Veränderungen auf das Wachstumspotenzial durch diese Verbindung in der betroffenen Region vorzubereiten.

Vorhandene Informationen (z.B. durch Nutzung von BSR TransGov, Green String Korridor und die String Initiative) werden gesammelt, Interviews mit Akteuren ausgewertet. Eine vertiefende Marktanalyse der sich durch die ständige Fehmarn Belt Querung ergebenden veränderten Logistiksituation soll der öffentlichen politischen Diskussion dienen.

Als Grundlage für die Diskussion von Handlungsoptionen sollen verschiedene Studien, z.B. zu den möglichen Modal-Split-Treibern und wirtschaftlichen Chancen aus der Leistungsfähigkeit der steten Verbindung erstellt werden.

Eine Reihe von Runden Tischen und in Workshops dienen der Kommunikation und dem Wissensaustausch zwischen den Häfen und der Logistikwirtschaft, lokalen und regionalen Entwicklungsbehörden und den Organen der Kernnetzwerkkorridore (einschließlich nationaler Organe) mit folgenden Zielen: (1) Ausloten der Einflüsse der CNC Prozesse im Bereich Fehmarn Belt (mit den deutlich unterschiedlichen Informationsbedarfen der einzelnen Länder und Akteure); (2) verbesserte Synergien in und zwischen den Regionen; und (3) Ergänzung der Einrichtung der CNC durch regionale Maßnahmen.

Der Dialog mit den Akteuren soll eine zuverlässige Basis für die zukünftige Hafen- und Standort- und Regionalplanung liefern. Er soll Grundlage für logistische und strategische Lösungen unter Ausnutzung der veränderten Rahmenbedingungen sein, z.B. durch neue Logistikgeschäftsmodelle, zusätzliche Mehrwertdienste und/oder Hinterlandverbindungen. Benchmarking und parallele Pilotimplementierungen sind vorgesehen (z.B. um bessere Geschäftsmodelle zu entwickeln oder den Standort von Umschlagszentren zu optimieren).

Ergebnis: Bericht über den Fehmarn Belt als Impuls der Regionalentwicklung

Dieser Bericht wird die Ergebnisse des Dialogs mit den Akteuren gestützt durch weitergehende Analysen zusammenfassen. Er wird beispielhafte Lösungen und Empfehlungen liefern wie die Fehmarn Belt Verbindung als Impulsgeber für lokales wie regionales Wachstum genutzt werden kann. Der Fokus liegt auf effizienteren Transport- und Logistiklösungen sowie neuen Logistikmodellen.

Der Bericht wird standortbasierte Entwicklungsmaßnahmen vorstellen, einmal für das direkte Umfeld der Verbindung aber auch für das weitere Umland mit möglichen Durchsatzverlusten (z.B. Hinterland der Gedser-Rostock Fähre durch Verlust an Transportströmen und die Abwanderung von daran hängenden Produktions- und Dienstleistungsunternehmen zu besser verbundenen Standorten).

Der Bericht wird als Richtlinie für die lokale wie regionale Logistik und Hafenplanung dienen; Lösungen zur Vorbereitung auf und zum Nutzen von veränderten Entwicklungsbedingungen durch die stete Fehmarn Belt Verbindung werden aufgezeigt. Der Bericht wird den Organen der Europäischen wie nationalen Planung regionale Wachstumsperspektiven und zukünftige Chancen für die Wirtschaft aus der Implementierung der CNC aufzeigen. Der Bericht wendet sich an die Planungs- und Entwicklungsbehörden sowie die Hafenbehörden in der Pilotregion, um dort die Raumplanung, sowie Verkehrs- und Logistikinvestitionspläne auf der Basis von Berechnungen der Geschäftsentwicklung durch die neue Verbindung zu ermöglichen. Wir werden ihn auf Workshops und in Einzelveranstaltungen sowohl der betroffenen Öffentlichkeit als auch den privatwirtschaftlichen Akteuren im Einflussbereich der steten Fehmarn Belt Verbindung als Teil der Scan Med Korridorachsen von Kopenhagen in Richtung Hamburg und Berlin vorstellen.

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